Ein (fiktiver) Wochenendtrip nach Hamburg

Corona ist ein Arschloch. Da sind wir uns wahrscheinlich einig. Für mich ist aber auch klar, dass ich (und meine Familie auch) mich an die Regeln halte. Das eine schließt das andere ja auch nicht aus. So viel vorweg. In letzten Zeit kommt großes Fernweh auf. Ich habe große Lust mal wieder eine Bier- und Genussreise nach Hamburg zu machen. Okay, in der Ferne liegt Hamburg jetzt grade nicht, ist aber trotzdem unerreichbar.

Die Anreise

Das letzte Mal waren wir mit dem Auto dort, da das Auto aber die ganze Zeit in der Parkgarage an der Simon-Utrecht-Straße stand, kann man auch getrost mit der Bahn anreisen. Aktuell kommt man in etwas mehr als drei Stunden mit dem Zug vom Münsterland nach Hamburg. Das Ganze kostet weniger als 40 Euro und ist damit eine echte Alternative zum Auto. Oberdrein ist man auch noch schneller.

Die Unterkunft

Es bietet sich eine zentrale Unterkunft in St. Pauli an. In der besagten Simon-von-Utrecht-Straße findet man zum Beispiel das Ibis, das east Hotel und das Premier Inn. Von besagtem Ort ist man schnell auf der Reeperbahn und auch an der nächsten U-Bahn-Station. Falls man irgendwann auch wieder ins Stadion darf, ist man zu Fuß auch ganz schnell beim FC St. Pauli.

Kulinarischer Freitagabend

Für den Abend bietet sich ein Gang zur Astra St. Pauli-Brauerei an, die man zu Fuß über die Reeperbahn erreicht. Man lässt den Spielbudenplatz und die Davidwache hinter sich und biegt wenig später in das Nobistor ab. Insgesamt sollte es nicht länger dauern als eine Viertelstunde. Der Schankraum der Astra-Brauerei befindet sich quasi zwischen dem Molotow Musikclub und dem Holsten Kiosk. Ein Blick auf die Speise– und Getränkekarte macht Hunger. Großen Hunger. Und Durst. Den Westfalen und den Hamburger verbindet, dass er es deftig mag. Zumindest geht es mir so. Und deswegen gibt es zur Vorspeise eine Kartoffelsuppe mit Speck. Dazu gibt es die Astra-Kellerkralle, ein unfiltriertes Kellerbier. Wahlweise in 0,25-, 0,4- oder 3,0-Liter. Um mehr verschiedene Biere probieren zu können, nehme ich die kleinste Größe.

Schwaben ist überall. Nicht nur im Süden oder in Berlin, sondern auch auf dem Kiez. Und deswegen gibt’s für mich die Brauereipasta mit Bergkäse, Schmelz- und Röstzwiebeln. Ob dazu ein Astra Inkasso IPA schmeckt? Werde ich erzählen, wenn ich es probiert habe.

Nachtisch ist wichtig. Und deswegen darf er auch hier nicht fehlen. Zum Beispiel das Bier-Tiramisu. Klingt erstmal gewöhnungsbedürftig, wird aber bestimmt schmecken. Was trinkt man dazu? Vielleicht das Astra Nachtschicht? Ein obergäriges dunkles Bier mit Karamell- und Schokoladennote.

Ich bin satt, aber ein Blick in die Bierkarte macht weiter Durst. Wir lassen die Biere hinter uns und befassen uns mit den Cocktails. Genauer gesagt handelt es sich um Bier-Cocktails. Ich entscheide mich für Hamburger Lude, ein Cocktail aus Lagerbier, Aperol und Zitrone.

Das war lecker und es ist Zeit den Heimweg einzuschlagen. Für den Rückweg decken wir uns am Holsten-Kiosk noch mit einem Wegbier ein, zum Beispiel mit einem Flens. Das ist bodenständig und erdet uns nach dem guten Essen und dem außergewöhnlichen Bier.

Zurück im Hotel gibt es, bevor es ins Bett geht, noch einen doppelten Espresso an der Bar. Gute Nacht!

Sightseeing-Klassiker am Samstag

Nach einem guten Frühstück zieht es uns zu den Landungsbrücken. Auch hier gehen wir zu Fuß und brauchen ca. 20 Minuten und nehmen dabei noch das Bismarck-Denkmal mit und streifen dabei fast noch La Cocina, die Hamburger Kochschule. Angekommen an Landungsbrücken haben wir unzählige Möglichkeiten: Hafenrundfahrt, Elbphilharmonie, das Museumsschiff Rickmer Rickmers, Speicherstadt, U-Boot-Museum usw. Darauf will ich aber nicht eingehen, schließlich ist das kein Reiseblog. Sightseeing macht hungrig und durstig. Deswegen gehen wir zu Überquell, die nicht nur für gutes Bier, sondern auch für hervorragende Pizza bekannt sind. Dort gibt’s Pizza aus einem originalen neapolitanischen Ofen. Ich nehme die Salsiccia. Für 12,50 Euro gibt’s die Pizza mit Tomaten und Käse, Fontina-Käse, Aioli, Ruccola und eben Salsiccia. Das ist eine italienische Wurst aus magerem Schweinefleisch und Speck. Dazu kommen, je nach Region, Fenchel, Paprika oder Nelken. Soll nicht nur auf Pizza sondern auch gegrillt hervorragend schmecken. Weil Pizza und Pale Ales hervorragend zusammenpassen, gibt es passend dazu das World White IPA oder das Palim Palim Pale Ale. Ich will noch ´ne Pizza. Dieses Mal als Nachtisch mit Nußcreme und Mandeln. Dazu ein dunkles Bier, nämlich das Schubidu Stout. Genug gestärkt. Kleiner Tipp: Keine Hafenrundfahrt mit vollem Magen. Okay, Sightsseing und Kultur gehen weiter.

Der Abend wird kulinarisch

Hamburg bietet unzählige Möglichkeiten. Weil wir grade in Hafennähe sind, zieht es uns ins Portugiesenviertel. Ursprünglich war dort Kleingewerbe und vor allem Hafenarbeiter und Unternehmer für die Schifffahrt angesiedelt. Am Rande des Viertels findet man Seemannskirchen und auch heute noch einige Schifffahrtsunternehmen. Mittendrin sind vor allem zahlreiche Gastronomiebetriebe mit mediterraner Karte. Wir haben uns für das Restaurante Porto entschieden welches direkt an der Kreuzung Ditmar-Koel-Straße/Reimarusstraße liegt.

Weil es für mich aus Gründen nicht immer Fisch sein muss, nehme ich als Vorspeise frischen Ziegenkäse mit Honig. Der Ziegenkäse wird in frischem Serranomantel gratiniert und mit einer Charlotten-Portweinsauce serviert. Dazu gibt’s das einzige portugiesische Bier auf der Karte, nämlich das Super Bock vom Fass.

Vorspeisen machen Hunger. Deswegen kommt auch gleich die Lammkeule in Rotwein, die mit Salzkartoffeln und Rotweinsauce serviert wird. Weil die Bierkarte neben handelsüblichem Bier nichts Außergewöhnliches mehr hergibt, halte ich mich an Tafelwasser.

Nachtisch geht immer. Auch im mediterranem Stil. Deswegen entscheide ich mich für den Karamellpudding. Dazu einen Espresso. Für den Rückweg nehmen wir die U-Bahn und fahren in vier Minuten bis zur Reeperbahn. Wir gehen über den Spielbudenplatz und nehmen im Biergarten noch ein letztes Pils.

Rückreisesonntag

Nachdem Frühstück checken wir aus, fahren ganz entspannt zum Hauptbahnhof um unsere Koffer einzuschließen. Von dort aus machen wir noch einen Abstecher zur Außenalster um uns beim Frittwenwerk für die Rückreise zu stärken. Hausfritten mit BBQ Pulled Pork klingt geil und sieht zudem super lecker aus. Nehm ich. Dazu ein Craftbier aus der Flasche. Dann aber zügig zum Bahnhof, Koffer holen und schnell nach Hause.

Ach Hamburg, ich hoffe Du musst nicht allzu lange auf mich warten.

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