Das „Best of Giesinger“-Paket

Als Westfale ist mein Wissen über Giesing eher begrenzt. Dass Giesing ein Stadtteil von München ist, habe ich schon mal gehört. Auch das Giesing früher mal eigenständig war, habe ich mal gelesen. Außerdem kommen sowohl Franz Beckenbauer als auch der  TSV 1860 München aus Giesing.

Was man sonst noch über Giesing wissen muss?

Giesing wurde 1854 nach München eingemeindet und 1936 in den Stadtbezirk 17 (Obergiesing) und 18 (Untergiesing-Harlaching) aufgeteilt. Die Bevölkerung wuchs rasant, so dass die mittelalterliche Kirche schnell zu klein war. Deswegen wurde 1866 mit dem Bau der Heilig-Kreuz-Kirche begonnen, die im Übrigen die Etiketten der Giesinger-Flaschen ziert. Die Kirche wurde nach dem Krieg mehrfach renoviert und ist die letzte vollständig erhalten neugotische Kirche Münchens.

Auch die Strafanstalt Stadelheim, die während der Zeit des Nationalsozialismus berüchtigt war, liegt in Giesing. Außerdem wurde das Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Spiel in einer Garage in Giesing erfunden.

Brauerei-Fakten

Der Ursprung der Brauerei liegt in einer Garage in Untergiesing. 2007 produzierte man bereits 300 Hektoliter Bier, 2009 konnte man bereits 750 Hektoliter brauen, ehe man 2011 die Schallgrenze von 1.000 Hektolitern durchbrechen konnte. 1 Liter sind übrigens 0,01 Hektoliter. Oder anders: 1.000 Hektoliter sind 100.000 Liter, oder auch über 300.000 Flaschen á 0,33 Liter. Am neuen Brauereistandort, in den man 3,8 Millionen Euro investiert hat, kann man übrigens 12.000 Hektoliter pro Jahr brauen.

Best Of Giesinger

Widmen wir uns nun dem wichtigstem. Dem Paket sind noch ein paar Aufkleber beigelegt, die sicher auch Verwendung finden werden (wenn ich sie denn wiederfinde). Insgesamt 18 Flaschen mit den Sorten Erhellung, Radler, Schankbier, Pils & Red Ale sind in dem Paket. Es handelt sich um Flaschen mit jeweils 0,33-l-Inhalt und auf fast jedem Etikett ist die Heilig-Kreuz-Kirche zu sehen. Nicht nur die Etiketten, sondern auch die Kronkorken sind jeweils in anderen Farben gehalten. Beides finde ich sehr gelungen.

Das „Red Ale“

Mein erstes Bier aus dem Paket war das „Red Ale“, auch wenn ich roten Bieren gegenüber etwas skeptisch bin. Meine Skepsis war in diesem Falle völlig unbegründet. Der Geruch war malzig, das war vielleicht zu erwarten aber zu dem Malz gesellte sich ein deutlich fruchtiger Geruch. Beide Eindrücke wirkten perfekt angestimmt. Kennt ihr das? Ihr riecht an einem Bier und wisst, das es lecker wird? So war es hier auch. Im Glas wirkt das Ale Rot, getrübt und feinporig. Es hat einen fruchtigen Antrunk und schmeckt nach roten Beeren. Dazu macht sich im Gaumen eine feine Malzigkeit breit. Unterm Strich ein geiles Bier, für das man nicht weniger als zehn Punkte, bzw. zehn Kirchtürme geben kann.

Die Erhellung

Hierbei handelt es sich um ein klassisches Zwickel, das mit den Hopfensorten Hallertauer Mittelfrüh, Saphir und Hallertauer Tradition gebraut wurde. Im Glas ist das Bier goldgelb mit einer schönen Schaumkrone. Die Nase nimmt Hefe und Malz deutlich war. Im Geschmack ist das Bier süffig und herb, aber nicht bitter. Schmeckt im Sommer sicherlich noch besser, als im Januar. Trotzdem neun von zehn Kirchtürmen.

Das Radler

Ein Radler? War halt im Paket, was soll man da machen? Gibt es beim Radler wirklich solche Unterschiede? Schließlich wird ja nur Limonade ins Bier gekippt. Kann man so sehen, muss man aber nicht. Das naturtrübe Radler von Giesinger hat nicht nur ein Zitronen-, sondern auch ein Orangenaroma. Das macht es zu einem der besten Radler, die ich jemals getrunken habe. Deswegen gibt es für mich acht von zehn Radlern.

 Feines Pilschen

Nomen est omen! Dieses Pils ist wirklich fein. Sehr fein. Ein unfiltriertes Münchener Pils mit deutlicher Hopfenblume. Das machen die Hopfensorten Hersbrucker Spät, Saazer und Tetnanger Hopfen. Im Glas ist es zitronengelb mit einem Schaum, der an Sahne erinnern. Das Pils zeigt sich mit zitronigen und floralen Noten. Für mich muss es ganz genauso riechen. Der Antrunk ist erfrischend, und wird im Abgang durch eine angenehme Herbe abgelöst. Am Ende wird es hopfig. Das Bier eignet sich für eine gesellige (für die Zeit nach Corona) und ist auch eine feine Begleitung zum Abendessen. Für mich echt lecker, deswegen acht von zehn Kirchtürmen.

Giesinger Schankbier

Das Schankbier ist mit 3,8 % Vol. ein leichtes und ungestopftes Bier. Das heißt, dem Bier wurde nach dem Gärprozess kein Hopfen zugegeben. Die Münchener haben Calypso-Hopfen hinzugegeben, allerdings schmeckt man auch die Hefe deutlich raus. Im Gegensatz zu den anderen Bieren fällt das Schankbier etwas ab. Deswegen nur sechs Kirchtürme.

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