Eine Gose ist eine Gose ist eine Gose

„Ich bin Pilstrinker“. Das ist ein Satz den man in Westfalen häufig hört. „Herzliches Beileid“, sag ich da nur. Ein Pils ist zwar nicht schlechtes, das sind andere Biere aber auch nicht. Wenn Du das anders siehst, lies bitte nicht weiter.

Woher kommt der Name

Die Gose ist ein toller Bierstil, den ich vor allem im Sommer richtig mag. Die Gose heißt übrigens Gose, weil die Braumeister früher das Brauwasser aus der Gose nahmen. Bei der Gose handelt es sich um einen kleinen Fluss, der im Harz bei Auerhahn entspringt und etwa 7 Kilometer weiter in die Abzucht mündet. Namensgeber für Fluss und Bier ist die niedersächsische Stadt Goslar.

Neben dem Harz war das Bier früher um Dessau, Halle und Leipzig verbreitet. Diese Gose ähnelt den belgischen Lambicbieren und der Geuze. Heute kann man die Gose, wegen der Zugabe von gemälztem Weizen als Zwischending zwischen Weizenbier und Geuze bezeichnen. Beim Brauen der Gose, die heute obergärig gebraut wird, findet neben der alkoholischen Gärung auch die Milchsäuregärung statt. Genau das sorgt am Ende auch für den typischen säuerlichen Geschmack. Dazu wird traditionell Kochsalz und Koriander hinzugegeben. Deswegen erinnert die Gose auch ein bisschen an ein Witbier.

Bier mit großer Tradition

Die Gose gibt es urkundlich bereits seit 1332, im 19. Jahrhundert war die Gose ein trübes Bier, was schwer bekömmlich war und mitunter auch unschöne Nebenwirkungen hatte. Heutzutage sind Gosen aber bekömmlich und ohne Reue zu genießen. Leipzig war zur vorletzten Jahrhundertwende die Hauptstadt der Gose. Seit 1966 wurde in Leipzig keine Gose mehr gebraut, erst 1986 wurde die alte Tradition wiederbelebt.

Auf der anderen Seite des Teiches

Auch in Goslar und ab 2010 sogar in Österreich wird die Gose wieder gebraut, aktuell setzen viele Craftbierbrauer auf die Gose. Den Trend nahm man auch auf der anderen Seite des Atlantiks mit. 2013 gab es für die „Original Ritterguts Gose“ zweimal Gold bei den World Beer Awards, auch ein Jahr später gab es beim „Great American Beer Festival“ für die „Old Pro Gose“ mit der Silbermedaille was zu gewinnen.

Die Gose in der Gegenwart

Aktuell wird die Gose in der Flasche gereift und ist ungefiltert. Man muss wissen, dass die Gose wegen der Zugabe vom Salz und Koriander gegen das Reinheitsgebot verstößt, dafür gibt es aber eine Ausnahmegenehmigung, Ordnung muss schließlich sein.

Falls du auch gerne Gose trinkst, solltest du dir den 17. November merken, denn dann wird der „International Happy Gose Day“ gefeiert.

Zwei Empfehlungen, falls du probieren willst

Bei der Hamburger Kehrwieder Brauerei gibt es die „Elbe Gose“, die mit drei verschiedenen Malzen und dem Polaris-Hopfen eingebraut ist und einen Alkoholgehalt von 4,3 % Vol. vorweisen kann. Die Besonderheit dieser Gose ist das Sylter Meersalz, das aus reinem Nordseewasser gewonnen wird.

Die „Baltic Gose“ aus der Insel-Brauerei ist ebenfalls mit Meersalz gebraut und dazu mit einer Brut-Hefe vergoren. Dazu sorgen Birne und Quitte für fruchtige Aromen. Eine gute und zarte Säure rundet das ganze ab.

Interessant klingt auch die Gurken Gose von Hopfmeister. Probiert habe ich sie übrigens noch nicht, steht aber quasi für den Sommer ganz oben auf der Liste.

2 Kommentare

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