Die Stadionbiere der zweiten Liga: Mehr Vielfalt und mehr Regionalität

Das deutsche Unterhaus gilt als beste zweite Liga der Welt, aber wie sieht es aktuell mit der Bierversorgung aus? Okay, aktuell dürfen keine Zuschauer ins Stadion, allerdings besteht die Hoffnung, dass sich das auch irgendwann wieder ändert.

In der Überschrift ist noch von Regionalität die Rede, der HSV macht da generös eine Ausnahme und bietet seinen Fans, zumindest theoretisch, kein nordisches Pils, sondern mit dem König-Pilsener ein echtes Pils aus dem Ruhrpott an. Grundsätzlich kein schlechtes Bier, schon gar nicht im Fußballstadion. Das Pils ist würzig und der Hopfen wird vom Malz gut unterstützt. Und passt deswegen doch ganz gut in den Norden.

Wie erwartet, macht man es beim FC St. Pauli ganz anders. Dort gibt es mit dem Astra Pils eine echte Kiezgröße. Im Antrunk ist das Bier nordisch würzig, so kennt man das Astra. Außerdem kommt der Hopfen gut zur Geltung, danach übernimmt der Malz und rundet das Pils ab. Auf dem Kiez gehört ein Astra einfach dazu, wer mehr probieren will, sollte aber das Astra-Brauhaus am Nobistor besuchen.

„Machst mit dem Doppelpass, jeden Gegner nass!“. Bei VfL Bochum kann man sich mit dem Bochumer Kultbier aus der Fiege Brauerei die Kehlen anfeuchten. Die Fiege-Brauerei gehört zu der Initiative der Freien Brauer und setzt auf Slow Brewing. Im Geschmack ist es herb und würzig, die Süße hält sich angenehm zurück, und gibt dem Pils damit einen echten Charakter. Fiege Pils gibt es ausschließlich in der Bügelflasche oder eben vom Fass. Für mich gibt es hier die Silbermedaille.

Bei Holstein Kiel wird inzwischen erfolgreicher Zweitliga-Fußball gezeigt. Die Störche werden dabei geschmacklich von Flensburger Pils begleitet. Genau wie die Kollegen von Fiege setzen die Flensburger auf die Bügelflasche. „Flens“ schmeckt, wie man sich den Norden vorstellt: Herb, hopfig und mit einer dezenten Malzsüße. Für Liebhaber von nordischen Bieren ist das Flens ein echtes Muss.

Der Begriff Kult wird häufig inflationär benutzt. Für das Helle von Grüner trifft es aber auf jeden Fall zu. Ursprünglich ein Bier, was in Fürth gebraut wurde. Die Brauerei wurde Anfang der 1990er Jahre abgerissen, wurde aber schon länger nicht mehr zum Brauen benutzt. Wiederbelebt wurde das Grüner-Bier 2011 durch die Tucher Brauerei. Das Bier ist eher mild und zurückhaltend. Das ist für ein Helles zwar typisch, aber es dürfte ruhig etwas mehr Intensität vorhanden sein. Lecker ist es trotzdem, dazu süffig und rund.

Was verbindet den KSC und den SC Freiburg? Richtig, in beiden Stadien würde das Tannenzäpfle Pils aus der Rothaus-Brauerei ausgeschenkt. Im meinem Blogpost zur ersten Liga bin ich inhaltlich schon auf das Bier aus dem Schwarzwald eingegangen, im Gegensatz zur ersten Liga lässt das Rothaus aber die Konkurrenz hinter sich, und belegt im Gegensatz zum KSC den ersten Platz.

Bei Fortuna Düsseldorf gibt es mit dem Frankenheim Alt das einzige Altbier der Liga. Inzwischen wird das Bier aber nicht mehr in Düsseldorf, sondern in Warstein gebraut. Das tut dem Geschmack keinen Abbruch, das Frankenheimer gehört für mich bei den Standart-Altbieren zu den Besten. Das Bier ist typisch malzig und hat deutliche Röstnoten. Das Bier ist und spritzig und rund. Kurzum: Lecker!

Im Erzgebirgsstadion beim FC Erzgebirge Aue wird das Pils von Wernesgrüner ausgeschenkt. Das Pils ist hopfig aber nicht bitter. Würzigkeit ist vorhanden, auch die Malzigkeit schmeckt man durch. Ein leckeres Pils.

Beim SC Paderborn gibt es das Pils von Warsteiner. Ich will das Bier nicht schlechtreden, immerhin schwört die Verwandtschaft drauf. Mein Fall ist es aber nicht. Tut mir leid.

Auf das Krombacher Pils und das Bitburger bin ich bei der ersten Liga schon eingegangen, deswegen spare ich mir das hier.

Beim VfL Osnabrück setzt man auf das Pils von Herforder. Grundsätzlich eine gute Entscheidung, von mir wurde das Herforder lange unterschätzt. Die Herforder-Brauerei gehört seit 2007 zur Warsteiner-Gruppe. Das tut dem Geschmack aber keinen Abbruch. Es riecht würzig, was im Antrunk auch direkt bestätigt wird. Das Malz rundet den hopfigen Geschmack ab, am Ende ist das Herforder süffig mit langem Abgang.

Beim Glubb gibt es das Pils von Kulmbacher, welches man im Fachhandel als Kulmbacher Edelherb finden kann. In meiner Erinnerung ein süffiges Pils, mit einer feinen Malznote. Der Hopfen hält sich, zugunsten des Malzes zurück übernimmt dann aber bei den Aromen. Das Bier ist ein echtes Pilserlebnis.

Meine Erinnerungen an das Wolters Pils, welches es bei Eintracht Braunschweig gibt, sind eher rudimentär. Damals gab es das in der 2. Basketball-Bundesliga bei den Herzögen Wolfenbüttel. Das Bier war hopfig, aber nicht bitter. Würzig aber gut zu trinken.

Ohne Wertung, weil mir unbekannt, bleiben: Gilde (Hannover 96), Dinkelacker (FC Heidenheim), Bischofshof (Jahn Regensburg) & Würzburger Hofbräu (Würzburger Kickers).

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