Kölsch: Ein Erklärungsversuch

Dem Westfalen ist das Kölsch irgendwie suspekt. Dem typischen Westfalen ist beim Biertrinken aber nicht nur Kölsch suspekt. Alles, wo kein „Pils“ draufsteht und wie ein typisches Pils schmeckt, wird von vielen verschmäht. Dabei ist ein Kölsch besser als sein Ruf.

Was ist ein Kölsch?

Eigentlich ganz einfach: Ein Kölsch ist ein helles und gefiltertes Vollbier mit rund 4,8 Prozent Alkohol. Inzwischen ist die ungefilterte Variante, die Wiess, in einigen Brauereien ebenfalls wieder erhältlich. Das erste Kölsch wurde 1906 von der Brauerei Sünner, die es heute noch gibt, gebraut. Den Begriff Kölsch gibt es seit 1918. Im Zuge der Industrialisierung kamen immer mehr Brauereien dazu. Der 2. Weltkrieg sorgte aber für einen massiven Einschnitt, 1946 gab es mit Sünner und Dom nur noch zwei Brauereien, die Kölsch brauten. Seit 1963 darf ein Kölsch nur noch so heißen, wenn es in Köln bzw. der unmittelbaren Umgebung gebraut wurde. Für alle Fragen rund um das Kölsch ist die Kölsch-Konvention zuständig, die sogar vom Bundeskartellamt anerkannt ist.

Kölner Stange oder Reagenzglas?

Das Kölsch wird aus einer sogenannten Stange getrunken. Das Glas fasst 0,2 Liter und hat ein sehr dünnes Glas. Das Glas verjüngt sich in keine Richtung. Auf Grund der Größe und der Optik wird es manchmal auch mit Reagenzgläsern verglichen. Zur Freude der Gastronomen gibt es mittlerweile aber auch größere Gläser. Allerdings werden die von echten Kölsch-Kennern nur sehr ungerne verwendet.

Wenn Du in Köln ein Bier bestellst, dann kommt keine Bedienung, sondern der Köbes. Der bringt das Bier auch nicht auf einem Tablett, sondern trägt einen Kranz, in den 18 Stangen passen und der durch einen mittigen Griff gehalten werden kann. Vorsicht: Wenn dein Glas leer ist, bringt der Köbes dir ungefragt ein Neues. Falls du keinen Durst mehr hast, leg einfach den Bierdeckel auf das Glas.

Welches Kölsch wird am meisten getrunken

Laut Kölnwiki verkauft die Brauerei Reissdorf das meiste Kölsch, danach kommen Gaffel und Früh.

Der Unterschied zwischen Kölsch und Pils

Optisch tut sich nicht viel, im Gegensatz zum Kölsch ist das Pils untergärig. Dazu kommt beim Pils der Hopfen etwas mehr zur Geltung, was das Bier herber macht. Beim Kölsch werden Hefen verwendet, die bei niedrigen Temperaturen gut vergären. Die Hefe im Kölsch sorgt für fruchtigere Aromen und auch bei den Malzen unterscheiden sich die beiden Biere.

Das Kölsch von Reissdorf

Bei einem meiner letzten Einkäufe im örtlichen Supermarkt habe ich mir eine Dose aus der Reissdorf Brauerei mitgebracht. Bei Reissdorf setzt man auf Tradition, neben der alkoholfreien Variante, gibt es kein anderes Bier, was die Brauerei verlässt. Das Kölsch gibt es sowohl in der Flasche (0,33 und 0,5-Liter) als auch in der Dose (0,5- und 5-Liter). Für große Feiern und die Gastronomie gibt es das Ganze auch im Fass in Größen von zehn bis 50 Liter).

In Ermangelung einer Kölsch-Stange habe ich ein Ale-Glas benutzt welches dem Geschmack nicht geschadet hat. Im Glas sieht es gut aus, auch der Schaum kann sich sehen lassen. Man schmeckt den Malz und eine feine fruchtige Note. Ein Kölsch ist eher mild, und das kann auch das Reissdorf von sich behaupten. Es ist leicht würzig und gut zu trinken. Schmeckt nicht nur in Köln, sondern auch im Münsterland.

Fazit

Ein Kölsch ist deutlich besser als sein Ruf. Auch wenn ich für ein Kölsch nicht alles stehen und liegen lassen würde, kann man das im Sommer hin und wieder ganz gut trinken. Wenn du auch ein Kölsch probieren willst, würde ich dir ein Reissdorf oder ein Gaffel ans Herz legen. Zum Wohle.

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