Regionaler gehts kaum: Die Braumanufaktur Bonekamp aus Rorup

Es muss nicht immer das Craftbier aus einer hippen Brauerei aus Berlin, Hamburg oder München sein. Auch ein Blick in die eigene Stadt oder das Umland offenbart oft neue Geschmackseindrücke. Die Braumanufaktur Bonekamp ist die vierte Brauerei aus dem Kreis Coesfeld, deren Biere ich bisher probieren durfte.

Das später beschriebene Bier kommt aus der Dülmener Bauernschaft Rorup. Rorup gehört zu Dülmen und liegt ziemlich mittig zwischen Billerbeck, Coesfeld, Dülmen und Nottuln. Neben den sechs Bieren der Braumanufaktur Bonekamp kommt übrigens auch der König von Mallorca aus Rorup.

Doch zurück zum Bier. Mit drei Weizenbieren (Dunkel, Hell und Weizen Zitrus), dem Rauchbier „Röster Heide“, dem Premium Pils und dem Stout gibt es insgesamt sechs Stammbiere. Dazu kommen saisonale Spezialitäten wie der Maibock, sowie ein IPA.

Gegründet wurde die Braumanufaktur Bonekamp 2018. Bei den Bieren hält man sich an historische Vorlagen, die entsprechend interpretiert wurden. Dabei hält sich der Brauer, sieht man mal von den Weizenbieren ab, an das bayrische Reinheitsgebot von 1516. Die Biere sind trüb und damit ungefiltert. Außerdem wurden sie nicht erhitzt.

Was ich besonders finde ist die Tatsache, dass das Basismalz selbst angebaut werden. Das macht das Bier erst richtig regional. Dabei arbeitet man durch ökologisch integrierte Landwirtschaft besonders umweltschonend.

Um das Bier zu kaufen, musste ich auch nicht wirklich weit fahren. In Lüdinghausen gibt es das Bier bei der Weinhandlung Stork. Allerdings waren dort nicht alle Sorten erhältlich, so dass ich mich auf Pils, Stout, Weizen Zitrus und Röster Heide beschränken musste.

Das Roruper Premium Pils

Den Anfang der Verkostung macht das Premium Pils. Das Pils ist hellblau etikettiert und befindet sich in einer 0,33 Liter-Bügelflasche. Für den ganz großen Durst gibt es auch das 5-Liter-Partyfass. Das Pils schimmerte in der typischen gelb-goldenen Farbe und lieferte eine pilstypische Schaumkrone. Es hat eine Stammwürze von 12° Plato und insgesamt 45 IBU-Bittereinheiten. Der Antrunk ist eher mild, wenig später kommt aber die Würze und die Bitterkeit nach, die ein gutes Pils ausmachen. Eingebraut ist das Bier mit Tettnanger- und Magnumhopfen. Der Tettnanger Hopfen sorgt für die Blumigkeit und verleiht dem Bier fruchtige Aromen. Der Magtnumhopfen, er sich durch besonders große Dolden auszeichnet, ist für die Bitterkeit und weitere Aromen zuständig.

Das Pils ist lecker und braucht sich hinter der Craftbier-Konkurrenz nicht zu verstecken.

Die Röster Heide

Die Röster Heide ist Bier mit rauchigem Geschmack. Im Vergleich zum Bamberger Schlenkerla finde ich den Geschmack aber nicht so intensiv rauchig. Das tut dem Bier keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil. Im Mund erinnert das Bier an westfälischen Schinken. Der Geschmack kommt aber nicht durch Schinken, sondern durch gedarrtes Malz zustanden. Unter dem Darren versteht man das trocknen bzw. das leichte Rösten des Malzes. Hier ist nur der Tettnanger Hopfen eingebraut, dafür hat man mit Pilsenermalz, Münchener Malz, dunklem Caramalz und Buchenrauchmalz gleich vier verschiedene Malze verarbeitet. Das ist dem Bier auch anzumerken, es besticht durch eine hervorragende Malzigkeit und einem nicht zu dominanten Rauchgeschmack.

Welter Weizen Zitrus

Ein Weizenbier muss nicht südlich des Weißwurstäquators gebraut werden. Okay, dass weiß man im Münsterland schon länger, aber auch das „Welter Weizen Zitrone“ kann als Beispiel herangezogen werden. Die Nase verspürt sofort einen zitrusartigen Geruch, der sich auch im Gaumen breitmacht. Allerdings kommt der nicht durch die Zugabe von Zitronenlimonade, wie beispielsweise beim Russ (50% Weizenbier, 50% Zitronenlimonade), sondern durch die Zugabe von Citrahopfen zustande. Damit wird das Bier kaltgehopft. Dabei werden durch die niedrige Temperatur nur Aromen, aber keine Bitterstoffe zugegeben. Ein gutes Beispiel für feinstes Hopfenstopfen.

Imperial Stout

Bei dem Dülmener Stout handelt es sich um ein ziemlich schweres Bier. Es ist ungefiltert und tiefschwarz. Das dunkel geröstete Malz spiegelt sich auch im Geruch wieder. Auch die 8,1 % Volumen schmeckt man deutlich raus. Der Gehalt der Stammwürze liegt bei 20° Plato, dazu kommen 55 Bittereinheiten. Neben den Aromen des Malzes kommen auch Schokolade und Kaffee durch. Sicherlich ein gut gebrautes Bier, ich halte mich aber dennoch lieber an die drei anderen Sorten.

Im letzten Jahr gab es mit dem Maibock und dem IPA auch zwei Saisonbiere. Sollte es die in diesem Jahr wieder geben, werden die definitiv auch noch probiert.

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