Ein Zwerg, zwei Meinungen

Es gibt Biere, an denen sich die Geister scheiden. Dazu gehören die Biere der Brasserie d´Achouffee. Auf Grund des Zwerges auf dem Etikett auch liebevoll „Zwergenbier“ genannt. Das Bier aus der Brasserie d´Achouffee kommen aus der belgischen Gemeinde Houffalize in der wallonischen Provinz Luxemburg. Damit wird das Bier unweit der deutsch-belgischen Grenze gebraut. Von Prüm in der Eifel bis zur Brasserie sind es keine 70 Kilometer. Wahrscheinlich findet man nicht nur deswegen das Bier zu mindestens temporär in deutschen Getränkemärkten.

Die Brauerei

Ende der 1970er-Jahre begannen Pierre Gobron und sein Schwager damit, hobbymäßig Bier zu brauen, seit 1982 tut man das professionell und gründete die Brauerei. Der Zwerg fand den Weg auf das Etikett, weil es die ein oder andere Legende gibt, die von Zwergen und den Ardennen handelt. Seit 1988 wird das Bier auch exportiert, unter anderem auch nach Deutschland. Heute ist die Brauerei nicht mehr inhabergeführt, sondern gehört zur Firmengruppe Duvel Moortgat, die unter anderem auch Duvel und Maredsous vertreibt.

Neben dem klassischen La Chouffe und dem Houblon Chouffee (IPA), die ich beide schon probiert habe, gibt es noch das Cherry Chouffee, Couffee soleol, Chouffe blanche, McChouffee, N´ice Chouffee und Chouffee Bok.

Der Klassiker: La Chouffee Blonde

Das helle Starkbier mit 8% Alkoholgehalt war das erste Bier, was in der Brasserie gebraut wurde. Auch heute ist es ein echter Klassiker. Ich bin von diesem Bier nach wie vor begeistert. Ich habe es zum ersten Mal im Urlaub in Scheveningen bestellt. Im Glas schimmert es orange, es ist trüb und bildet sehr viel Schaum. Bereits der Geruch lässt einen tollen Geschmack erahnen. Die Nase nimmt Früchte und eine hopfige Würze wahr. Wenig später darf sich auch die Zunge erfreuen: Es ist orangig-fruchtig mit gediegenen Koriandernoten, dazu kommt eine hervorragende Würze und der Gaumen darf sich über einen feinen und langen Abgang freuen. Den Alkoholgehalt schmeckt man nicht unbedingt heraus, deswegen ist etwas Vorsicht geboten. Ein Bier für Liebhaber. Für den großen Durst gibt es das Bier in der 1,5-Liter-Magnumflasche. Aber die trinkt man besser nicht alleine, sondern teilt das Ganze.

Das IPA: Houblon Chouffee

Nomen est omen. Houblon bedeutet nicht weniger als Hopfen. Und in dem ersten belgischen IPA sind gleich drei verschiedene Hopfensorten eingebraut. Und zwar Tomahawk, Saaz und Amarillo. Der Tomahawk hat eine hohe Aromendichte und sorgt für Aromen von Melisse, Anis und Zitrusfrüchten, während der Saazhopfen, der aus Tschechien stammt, für erdige und kräutrige Aromen sorgt. Auch für die gewissen Blumigkeit zeichnet er sich verantwortlich.

Das Bier riecht zitronig und hat einen porigen Schaum. Der Antrunk ist süßlich, danach machen sich Zitrus- und Orangennoten auf der Zunge breit. Im Abgang dominiert die Bitterkeit. Auch das IPA hat es in sich, der Alkoholgehalt ist nicht zu unterschätzen.

Es ist ein bodenständiges Bier, ich würde bei La Chouffee aber lieber zum Klassiker greifen.

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