Die deutschen Pfandsysteme

Wenn Du dein Bier im Getränkemarkt, im Supermarkt oder wo auch immer kaufst, kannst du das ausgetrunkene Gebinde auch wieder zurückbringen. Das sogenannte Pfandsystem. In Deutschland gibt es aber nicht nur ein, sondern sogar zwei Systeme.

Da wäre zum einen das Einwegpfand, und zum anderen das Mehrwegpfand. Was ökologisch sinnvoll ist, liegt auf der Hand: Während die Glasflaschen mehrfach genutzt werden können, wandern die Einwegflaschen und auch die Dosen auf den Müll.

Nicht nur Bier wird in den bepfandeten Einwegverpackungen angeboten. Alle Getränke die in Getränkeflaschen mit einem Fassungsvermögen zwischen 0,1 und 3 Litern verkauft werden, sind entsprechend bepfandet. Ausnhamen? Klar, wir sind doch in Deutschland. So wird auf Säfte, Milch, trinkbare Milcherzeugnisse, Wein, Spirituosen, diätische Getränke (für Säuglings- und Kinderernährung) und Getränkekartons kein Pfand erhoben. Auf alle anderen Gebinde wird einheitlich 25 Cent Pfand erhoben.

Die Hersteller geben vor, dass sich die PET-Flaschen in einem Kreislauf drehen. Der NABU berichtet aber, dass 2015 nur etwa ein Viertel der zurückgenommenen Flaschen wieder in die PET-Produktion gelangten.

Während die Gebinde im Einwegpfandsystem verwertet werden, kann man die Flaschen im Mehrwegpfandsystem erneut befüllen. Das Mehrwegpfandsystem gibt es immerhin seit 1929 und wurde erstmals von Coca-Cola eingeführt. Grundsätzlich werden die Mehrwegflaschen nach der Rückgabe gesäubert, befüllt und wieder in den Handel gebracht. Das Mehrwegsystem ist allerdings nicht gesetzlich geregelt, es handelt sich um ein freiwilliges System der Hersteller und Händler. Das ist auch die Erklärung dafür, warum die Mehrwegflaschen mit unterschiedlichen Werten bepfandet sind.

Bis vor 30 Jahren gab es nur sehr wenige Flaschentypen, die von vielen Brauern verwendet wurden. Das war gut für den Mehrwegkreislauf und für die Wiederverwendung. Heute werden immer mehr Flaschen „gebrandet“, die leere Flasche muss also quer durch die Republik oder sogar quer durch Europa zurück zum befüllen gebracht werden. Damit verliert das Pfandsystem seinen ökologischen Nutzen.

Hast Du eine Vorstellung davon, wie oft eine Bierflasche wieder befüllt wird? Die Umlaufzahl liegt nach Angaben der Hersteller bei 39 Wiederbefüllern. Gar nicht mal so schlecht, bei Kunststoff-Mehrwegflaschen ist die Zahl allerdings nur halb so hoch.

Wenn die Glasflaschen aus dem Verkehr gezogen werden, kann es sogar noch eingeschmolzen werden. Dazu ist wesentlich weniger Energieaufwand nötig, als wenn man den nötigen Quarzsand abbauen würde. Wenn du Glas im Container entsorgst ist es übrigens wichtig, auf die entsprechenden Farben zu achten, da das „neue“ Glas sonst Farbspuren bekommt.

3 Gedanken zu „Die deutschen Pfandsysteme

      1. Nach den Kartellstrafen wurde auch nichts billiger. Die Bierfirmen mussten ja das Geld für die Strafen eintreiben. Zahlt man also dreifach. Erst hohe Preise, Steuern für das Kartellamt, das Geld für den Bund einnimmt, dann die immer noch hohen Preise. Nur individuell mit Nachweis einklagbar. Vorteil: Lieferdienste, die abbuchen, so kann man beim nächsten Wucher alles nachweisen.

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