Dosenbier: Retro und Ökologie?

Eins ist klar, Dosenbier ist keine Frage der Qualität. Dosenbier gibt es im Discounter und im Craftbierladen. Die meisten Brauereien haben Dosenbier im Sortiment. Doch warum ist das so? Ein Erklärungsversuch:

Die Bierdose gibt es seit fast 90 Jahren, genauer gesagt wurde das erste Dosenbier 1933 in den USA abgefüllt, in den Handel kam es zwei Jahre später. Während des zweiten Weltkrieges wurde die Dosenbierproduktion eingestellt und erst später wiederaufgenommen. Während sich die Minifässer heutzutage bequem öffnen ließen, brauchte man früher Werkzeug. Den ersten Aufreiß-Verschluss gab es 1962 von der Pittburghs Brauerei. Dieser Verschluss war so konzipiert, dass der Verschluss nicht an der Dose hängen blieb, diesen Verschluss gibt es erst seit 1977.

Getränkedosen waren vor allem beliebt, weil sie leicht und stabil waren. Dazu lange Zeit pfandfrei. Manch einer wirbt damit, dass Bierdosen ökologisch und nachhaltig sind. Diese Aussage darf angezweifelt werden. Laut Angaben der Homepage umweltberatung.at, brauchen Dosen bei der Produktion hohe Energiemengen. Zwar kann man Dosen recyclen, aber der Großteil wird durch „neues“ Aluminium hergestellt. Die Aluminiumproduktion ist nicht ganz ungefährlich, im Jahr 2010 gab es einen schwerwiegenden Unfall in Ungarn, bei dem ganze Dörfer zerstört und vier Menschen getötet wurden. Beim Transport von flüssigem Aluminium kam es auch in Deutschland immer wieder zu Unfällen und Bränden.

Zuviel Alu schadet dem Körper. Er soll, so berichtet der Bayrische Rundfunk, Alzheimer fördern. Bier- und Getränkedosen sind allerdings beschichtet, so dass der Verbraucher nicht mit dem Aluminium in Kontakt kommt.

Trotz allem sehen wir in Deutschland ein Dosenbier-Revival. Geschmacklich hat das dirchaus seine Berechtigung: Dosen lassen im Gegensatz zu Flaschen keine Luft durch. Auch beim Lichteinfluss und bei einer möglichen Oxidation hat das Taschenfass die Nase vorn. Das zählt grade bei hochwertigem Bier. Außerdem lassen sich die Dosen komplett designen und gestalten. Neben den herkömmlichen Dosengrößen findet man vor allem in der Craftbierszene neuerdings Dosen mit 440ml Inhalt. Diese Gebindegröße stammt ursprünglich aus Großbritannien und Irland.

Trotz allem sind die Verbraucher/innen konservativ und sehen die Flaschen als hochwertiger an, aber die Dose ist auf dem Vormarsch.

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