Vergessene Brauereien: Glückauf-Bier aus Gelsenkirchen-Ückendorf

Glückauf, oder auch Glück auf oder Glück Auf! Das ist der deutsche Bergmannsgruß, der vor allem im Ruhrgebiet und im Erzgebirge bekannt ist. Durch das Steigerlied, das auch Herbert Grönemeyer auf seinen Konzerten zum Besten gibt, ist der Gruß zumindest Deutschlandweit bekannt geworden.

Seinen Ursprung hat der Begriff in der Zeit, als die Bergleute noch zu Fuß in das Bergwerk einfuhren. Später gab es dafür dann den Förderkorb und die Grubenbahn. Früher waren tödliche Unfälle sehr häufig, so dass man sich gegenseitig Glück wünschte. Geholfen hat das leider nicht jedem.

In der Hochzeit der Steinkohle war der Ausruf auch Namensgeber für viele Zechen und auch heute tragen noch einige Schulen und Sportvereine den Namen „Glückauf“.

So wundert es sicher nicht, dass auch eine Brauerei den Namen Glückauf-Brauerei trug. Bereits 1886 wurde die Kommanditgemeinschaft Brauerei Glückauf gegründet, daraus entstand 1895 die Glückauf-Brauerei AG in Gelsenkirchen-Ückendorf. Der Gelsenkirchener Stadtteil Ückendorf grenzt an die Bochumer Stadtteile Wattenscheid und Günnigfeld. In Ückendorf gab es früher die Zechen Alma und Rheinelbe, Kohle wird dort aber schon lange nicht mehr gefördert.

Unweit des Gelsenkirchener Wissenschaftsparks, in dem heute viele Büros untergebracht sind, lag die ehemalige Braustätte der Brauerei. Auf den Grundstücken ist heute unter anderem eine Seniorenresidenz untergebracht.

Bereits 1928 ging man die Interessengemeinschaft mit der Dortmunder Ritter-Brauerei ein, die heute eher als Brinkhoffs-Brauerei bekannt ist. Seit 1928 war Ritter der größte Aktionär der Glückauf-Brauerei. Einen Rückschlag habe es dann wenig später: Auch die Bierbranche musste bei der Weltwirtschaftskrise Federn lassen. Auf Grund von Sparzwängen wurde ein Teil des Bieres bei Ritter in Dortmund gebraut.

1971 gab es einen Beherrschungsvertrag, bei dem sich die Glückauf-Brauerei der Schultheiss-Brauerei quasi unterwerfen musste. Keine zehn Jahre später ging die Brauerei dann in den Brau & Brunnen-Konzern auf und der Betrieb wurde im März 1980 eingestellt. Die Gebäude wurden abgerissen, lediglich die einstige Hausgaststätte blieb erhalten und befindet sich in einem Mehrfamilienhaus an der Leithestraße/Halfmannsweg.

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