Heineken: Ein Bier-Gigant aus den Niederlanden

Immer wenn ich über die deutsch-niederländische Grenze fahre, fühlt es sich wie ein kleiner Urlaub an. Egal ob zum Einkaufen in Venlo oder Winterswijk, zum Pflanzen kaufen bei Oosterik in Denekap, zum Fußballgucken in Enschede oder für einen Urlaub an der Küste. Auch ein großer Dichter wusste, dass Holland die geilste Stadt der Welt ist.

Ganz eng mit den Niederlanden ist die Heineken-Brauerei aus Amsterdam verbunden. Ja es gibt auch Amstel, Grolsch und ganz viele andere Brauereien in den Niederlanden, aber um die soll es jetzt nunmal nicht gehen.

Die Heineken-Brauerei gibt es nunmehr seit 157 Jahren. Die Brauerei wurde von Gerard Adrian Heineken gegründet und ist durch die Heinekengruppe der zweitgrößte Braukonzern der Welt.

Heineken war erst 22, als der mit Hilfe seiner Mutter die Brauerei „De Hooiberg“ übernahm. Die Brauerei war damals in der Region um Amsterdam die größte Brauerei. Dort wurde bereits seit 1592 gebraut, aber erst seit 1886 untergäriges Bier.

Einer aggressiven Preispolitik war es geschuldet, dass sich Heineken gegen die härtesten Konkurrenten durchsetzen konnte. Bereits vor dem zweiten Weltkrieg konnte man die Produktion durch eine Niederlassung in Niederländisch-Indien erweitern. Damals produzierte man pro Jahr 200.000 hl und war damit der niederländischen Konkurrenz meilenweit voraus. Wenig später baute man seine Vormachtstellung auf dem asiatischen Markt durch die Gründung der Asian Pacific Breweries aus.

In den 1950er-Jahren es im Inland Absatzprobleme, aber die Verluste konnten durch die ausländischen Märkte aufgefangen werden. Zehn Jahre später konnte man sich in den Niederlanden kosolidieren, kämpfte dann aber gegen die heimische Konkurrenz, die durch ausländische Brauereien übernommen wurden

In den 1970ern vergab man Lizenzen an ausländische Brauereien. So konnte man die Marktstellung im Ausland verbreitern, sogar in der Karibik war der Ruf nach dem Heineken-Bier laut.

In den 1990ern „wagte“ man sich auch nach Deutschland. Im Jahr 2000 war war mit fast 100 Millionen hl pro Jahr der zweitgrößte Bierproduzent der Welt. 2009 übernahm man gemeinsam mit Carlsberg den Konzern „Scottish & Newcastle“.

In den Niederlanden hat man heute einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent und produziert mit der Tochterfirma Vrumoma auch Softdrinks wie z.B. Pepsi. Seit 2015 hat man noch 50% von der amerikanischen Lagunitas Brauerei übernommen.

In Deutschland hält Heineken Anteile an der Brau Holding International, zu der auch Marken wie Kulmbacher und Fürstenberg gehören. Inzwischen wurde die Holding mit der Paulaner Gruppe verschmolzen, an der Heineken heute nur Anteile von 30% besitzt.

Heineken war immer mal wieder in der Kritik. Zum einen, weil sie gemeinsam mit Carlsberg drei Sorten Braugerste patentieren ließ. Auch die ungarische Regierung hat Kritik geübt. Und zwar an dem roten Stern, der ein Symbol für eine Diktatur stehe. Klingt komisch, aber das ganze ging so weit, dass man in Ungarn den roten Stern als Symbol für kommerzielle Zwecke verbieten wollte. Das ganze beruht wohl eher auf einem Streit zwischen Heineken und einer regionalen Brauerei.

Allerdings wurde der rote Stern auf den Flaschen zwischenzeitlich schon einmal weiß gefärbt. Und zwar 1951, um Rücksicht auf die Opfer des Stalismus zu nehmen, erst seit dem Zerfall der Sowjetunion trägt der Stern wieder seine ursprüngliche Farbe. Der fünfzackige Stern soll aber lediglich für die fünf Hauptzutaten des Bieres stehen.

2018 kassierte Heineken einen üblen Shitstorm, nachdem ein Werbespot für leichtes Bier für enorme Kritik gesorgt hatte. Da man Heineken einen rassistischen Spot vorwarf, zogen die Niederländer den Spot zurück.

Wie das Handelsblatt berichtet, lag der Gewinn von Heineken im ersten Halbjahr des letzten Jahres bei 9,2 Milliarden Euro, rund 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Wegen der Coronakrise machte Heineken insgesamt 300 Millionen Euro Minus.

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