Sauer macht lustig: Was ist ein Sauerbier?

Wenn etwas wie „Sauerbier“ angeboten wird, handelt es sich meistens um einen Ladenhüter. Der Begriff geht auf einen mittelalterlichen Brauch zurück, das fertig gebraute Bier auszurufen. Dabei hat es sich in der Regel um eine öffentliche Bekanntmachung gehandelt.

In der Vergangenheit, ziemlich genau bis zur Einführung des Pasteurisierens, haben alle Biere mehr oder weniger sauer geschmeckt. Das geschah durch Bakterien oder bestimmte Hefen, die dem Bier diesen besonderen Geschmack verliehen haben. Je nach den Brauumständen und je nach Brauerei war der saure Geschmack mal mehr und mal weniger stark ausgeprägt.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts konnte der saure Geschmack vermieden werden. Und die deutschen Brauer gaben ihr Bestes, das Bier musste erstmal ohne die saure Note auskommen. Das letzte Sauerbier war die Berliner Weiße, auch die gab es in Deutschland kaum noch. Wer saure Biere probieren möchte, musste nach Belgien reisen, dort haben diese Biere einen anderen Stellenwert.

Egal ob Lambic, Kriek oder Faro. Alle Sorten sind in Belgien nicht wegzudenken, in Deutschland muss man dafür schon den Weg in den gut sortierten Getränkemarkt oder in den Craftbiershop in Kauf nehmen. Das Lambic ist ein spontan vergorenes Weizenbier. Die belgischen Biermacher*innen verwenden im Gegensatz zum klassischen Weizenbier unvermälzten Weizen. Nach dem Brauen wird das Bier offen gelagert, weil dadurch die Spontangärung ausgelöst wird. Wenn der oder die Brauer*in Früchte in den Bottich kippen, spricht man Fruchtlambik oder Kriek, wenn Kirschen benutzt werden. Das Faro ist ein junges Lambic, dem Kandiszucker zugeführt wird.

Die Gueuze ist ein Lambic, bei dem junges Bier mit älterem Bier vermischt wird. Dadurch werden sie trinkbar. Man bekommt sie unter dem Namen Gueuze.

Im Gegensatz zu den Sauerbieren aus Belgien, werden die Sauerbiere aus den USA mit Hopfen gestopft, wodurch der Hopfengeschmack durchkommt. Das ist etwas was in Belgien eine untergeordnete Rolle spielt.

Das in Deutschland bekannteste Sauerbier ist die Berliner Weisse. Hierbei handelt es sich um ein Berliner Weissbier, welches in der Regel eher leicht und damit ein helles Schankbier ist. Nach zwischenzeitlichen Schwierigkeiten gibt es wieder mehr Weisse aus Berlin. Und zwar ohne Sirup, sondern mit der  Brettanomyces-Hefe.

Die Gose stammt historisch aus Leipzig und ist ein historisches Sauerbier. Wenn Du mehr darüber erfahren möchtest, kannst Du es hier nachlesen.

Wenn Du gerne Sauerbier probieren möchtest, würde ich die drei folgenden empfehlen:

  1. Alemania Bonn: Gupaso
  2. Funky Fluid, Warschau: Double Gelato Crunchy Berries
  3. Schneeeule Berlin: Marlene

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