Die Bark aus der Becks-Werbung

Die Becks Brauerei dürfte den meisten Biertrinker*innen in ein Begriff sein. Becks ist in Bremen ansässig und gehört seit 2008 ebenso wie Diebels, Hasseröder und Spaten zum Anheuser-Busch InBev.-Konzern. Doch Beck´s gibt es nicht nur in Deutschland, die insgesamt neun Sorten Becks-Bier werden in 120 Länder exportiert.

In der Becks-Werbung ist seit Jahren, eigentlich seit Jahrzehnten immer mal wieder ein Segelschiff zu sehen. Nur die maritimen Expert*innen werden wissen, dass es sich bei dem Schiff um die Alexander von Humboldt handelt. Oder Du liest es, genauso wie ich, bei Wikipedia nach.

Die „Alex“, wie man sie auch nennt ist eine Bark. Eine solche Bark zeichnet sich dadurch aus, dass sie mindestens drei Masten hat. An den vorderen Masten trägt sie ein Rahsegel, also ein rechteckiges oder trapezförmiges Segel, welches dem Vortrieb der Segelschiffe dient. Am hinteren Masten hängt ein Schratsegel, das in Ruhestellung in Richtung der Längsachse gesetzt wird.

Die Alex hat ihr 100-jähriges schon hinter sich, bereits 1906 verließ sie die Bremer Weserwerft. Sie war das erste von vier Schwesterschiffen. Die Norderney I ist heute Museumsschiff in Wilhelmshaven, die Norderney II und die Amrumbank I wurden im zweiten Weltkrieg zerstört.

Das Schiff war zunächst als Reserve-Feuerschiff im Einsatz und war genau deswegen rot-weiß gestrichen. Motorisiert war das Schiff zunächst mit einer Dampfmaschine, heute ist ein MAN-Dieselmotor im Schiff verbaut. Das Reserve-Feuerschiff kam immer dann zum Einsatz, wenn die Stammschiffe in der Werft lagen. Auf welchen Namen die „Alex“ getauft wurde, ist heute unklar, diverse Namen kursieren im Netz, der Name Reserve Sonderburg ist aber auf der Schiffsglocke zu finden.

Als das Feuerschiff Kiel II 1945 von Fliegerbomben getroffen wurde, nahm das Schiff ihren Platz ein, und lag ab diesem Zeitpunkt in Kiel vor Anker.

1957 gab es eine Kollision mit einem finnischen Motorschiff, in Folge dessen wurde die Alex in flaches Wasser geschleppt und später in Rendsburg repariert und modernisiert. Nach dem 1967 der Leuchtturm Kiel in Betrieb genommen wurde, musste die Alex wieder im Reservestatus verharren. 1986 gab es einen erneuten Unfall, dieses Mal mit der Ocean Wind aus Liberia.

Kurz darauf wurde das Schiff außer Dienst gesetzt und von der Stiftung „Sail Training“ übernommen und zum Segelausbildungsschiff umgebaut. Nach der ersten Probefahrt wurde sie auf den heutigen Namen getauft.

Zur Jubiläumsreise ging es nach St. Malo, Lissabon, zu den kanarischen und kapverdischen Inseln, nach Rio, Buenos Aires, nach Feuerland, Valparaiso, zum Panamakanal, nach Kuba, auf die Bermudas und die Azoren.

Irgendwann wurden die Unterhaltskosten zu hoch und seitdem mehrfach verkauft. Aktuell gehört es einem Unternehmer aus Goslar, der das Schiff zu einem Veranstaltungsschiff umbauen ließ. Seinen Liegeplatz hat es im Marina Europahafen in Bremen und damit nur einen Steinwurf von der Beck´s Brauerei entfernt.

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