Dangast 1/4: Euro-Asia im edo

Der diesjährige Sommerurlaub war kurz aber trotzdem toll. Während ein Viertel der Familie in Frankreich weilte, haben wir uns an den Jadebusen – genauer gesagt nach Dangast aufgemacht.

Dangast liegt am südwestlichen Teil des Jadebusens und ist ein Teil der Stadt Varel. Die ersten Erwähnungen über Dangast reichen lange zurück, bis ins 11. Jahrhundert. 1362 wurde die erste Siedlung bei der Marcellusflut zerstört und später an flutgeschützer Stelle wiederaufgebaut. Das ist auch der Grund, warum Dangast einer der wenigen Orte an der deutschen Nordseeküste ist, an der man keinen Deich braucht, der sonst für die Nordseeorte typisch ist.

Dangaster Strandkulisse

In einem Reiseführer wurde erstmals 1904 über das Nordseebad Dangast geschrieben. 1962 gab es eine weitere Sturmflut. Die Nordsee überschwemmte die gesamte Rennweide. Deutschlandweit gab es 340 Todesopfer. Ursache waren städtebauliche und verwaltungstechnische Mängel und schlecht gepflegte Deiche. Kommt das irgendjemandem von euch bekannt vor?

Heute ist Dangast hauptsächlich touristisch geprägt. Viele Restaurants, Ferienwohnungen, Hotels und Pensionen zieren das Stadtbild. In Strandnähe gibt es ein Schwimmbad, sowie zahlreiche Lokale und demnächst sogar eine Strandbar.

Baden kann man in Dangast logischerweise nur bei der Flut, bei Ebbe ist das Wasser sehr schlickig, was vor allem da ran liegt, dass die Strömung fehlt. Am ersten Abend haben wir das Meer zwar gesehen, aber nur von weitem.

Unsere Unterkunft lag nicht direkt im Ortstkern, sondern etwas abseits im edo. Das edo ist eben nicht nur ein Restaurant, sondern bietet auch Ferienzimmer an. Genau dafür haben wir uns entschieden. Das edo ist ein typisches Reetdachhaus und die drei Ferienzimmer sind renoviert und hervorragend eingerichtet. Wenn Du einen Abstecher an die Nordsee machen willst, bist du im edo und beim sehr freundlichen Personal gut aufgehoben.

Der Eingang für die Feriengäste

Ich denke es ist okay zu sagen, dass das Highlight aber die Küche ist. Dort zaubert Chefkoch Christoph Brinkmann wirklich was feines auf die Teller der Gäste. Die Küche ist jung, modern und verbindet Regionalität und Asien auf allerhöchster Ebene.

Sag niemals, dass es nur eine Gurke ist. Die asiatisch marinierte Gurke mit Knoblauch und Jalapeno ist weitaus mehr. Eine hervorragende Marinade und Aromen die ich so noch nie gegessen habe, macht auch eine gewöhnliche Gurke zu einem extravaganten Geschmackserlebnis.

Im Hauptgang gab es die Ente und dazu die Sesam-Möhren in Tempura-Teig. Die Ente gab es mit einer Variation mit Hoisin, Gurke und Lauch. Das Fleisch war perfekt gebraten und die Aromen waren perfekt aufeinander abgestimmt. Das gleiche gilt für die Tempura-Sesam-Möhren. Viele Köchen bezeichnen sich als Hangwerker. Das trifft hier nicht zu, hier waren definitiv Künstler am Werk.

Das kann man auch für die Nachspeise behaupten. Voller Begeisterung haben sich meine Frau und ich die Käsevariationen und die Sorbetvariationen geteilt. Mein Favorit war ganz klar das Blutorangen-Sorbet. Auch wenn ich im Urlaub hervorragend gegessen und getrunken habe, bekomme ich beim Schreiben schon wieder Hunger.

Meine Frau hatte übrigens, die Tempura-Garnelen und als Hauptgericht gegrillten Spargel mit Steak Tataki. Das war mindestens genauso lecker. Für die Dreijährige gab es Nudeln mit selbstgemachter Tomatensoße und zum Nachtisch Buttermilch-Eis. Dass sie das nicht so mochte, fand ich jetzt nicht ganz so schlimm.

Dass das Craftbier ausverkauft war, fand ich jetzt nicht ganz so schlimm, diesen Künstlern hätte ich noch viel mehr verziehen.

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