Vergessene Brauereien: Das Iserlohner Pilsener

Von 1899 bis 2015 braute die Iserlohner Brauerei im Märkischen Kreis Bier. Dabei kamen hauptsächlich die Pilstrinker auf ihre Kosten. Doch zunächst soll es um die Gründungszeit der Iserlohner Brauerei gehen. Im Jahr 1899 haben sich 27 Bürger (ob auch Bürgerinnen dabei waren ist leider nicht überliefert) zusammengetan, um die Brauerei Iserlohn zu gründen. Bereits zwei Jahre später konnte das erste Bier produziert werden. 1905 und 1906 wurden über 10.000 Hektoliter produziert, 1920 machte man einen Umsatz von fast 1 Million Mark.

Wenig später ging die Aktienmehrheit an die Dortmunder Germania-Brauerei. Die hatten aber nur kurz das Sagen in der Waldstadt, kurz darauf übernahm die Dortmunder Union-Brauerei die Regie. Die Bierproduktion wurde nach und nach erweitert, erst während des zweiten Weltkrieges kam es zu Rohstoffengpässen. Nach dem Ende der NS-Herrschaft konnte die Produktion wieder angekurbelt werden, 1962 hatte man die Marke von 100.000 Hektolitern geknackt. Seit diesem Jahr hat man sich vorerst auf die Produktion von Pils konzentriert.

1973 konnte man bereits 300.000 hl produzieren, und hat aus diesem Grund in das Firmengelände investiert. Die Brauerei fungierte seit 1994 als GmbH und erhielt als erste deutsche Brauerei die EG-Öko-Auditierung nach der Richtlinie 1863/93.

Die Brauerei, damals noch im Besitz von Brau und Brunnen, sollte 1997 verkauft werden. Die Brauerei und der Standort Iserlohn stand erstmals 2001 auf dem Prüfstein. Zunächst verloren 30 Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze, ehe die Mitarbeiter*innenzahl 2004 wieder wuchs.

2006 übernahm Iserlohner die Produktionsstätten und die Anlagen der Denninghoff Brauerei in Gießen. Mittlerweile schrieb man das Jahr 2009 und der Ausstoß lag noch bei 130.000 hl. Das Fassbier und Gastronomiegeschäft liegt seit 2011 bei Krombacher, das Flaschenbier wurde weiter von den Iserlohnern selber vermarktet, gebraut wurden sowohl das Fass- als auch das Flaschenbier von der Iserlohner Brauerei.

Am Iserlohner Standort wurden 2012 noch 100.000 hl Iserlohner und 400.000 hl als Eigenmarke für Supermärkte (z.B. Traugott Simon) hergestellt.

Ein Jahr später wurde das Insolvenzverfahren beantragt und 2014 schließlich eröffnet. Nach einigem Hin und Her steht seit 2017 fest, dass der Brauereibetrieb eingestellt bleibt und das Gebäude und vorhandene Gerätschaften verwertet werden.

Zum Schluss noch eine gute Nachricht: Unweit der alten Braustätte wird heute Craftbier gebraut. Und zwar das von der Waldstadt Brauerei.

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