Brügge lohnt sich nicht nur für Biertrinker

Als meine Frau mich vor ein paar Jahren fragte, in welche Stadt ich gerne einen Wochenendtrip machen würde, kam es wie aus der Pistole geschossen. Ich habe damals zwar schon gerne Bier getrunken, allerdings war mir Craft Bier eher suspekt. Ich verband mit Brügge und Belgien eher Waffeln, Schokolade und Pommes.

Nicht nur für Feinschmecker ist Brügge eine Reise wert. Herrliche Waffeln und handgemachtes Eis von oyya, die typischen belgischen Pommes mit einem Gang durch das Frietmuseum oder belgischen Pralinen und Schokolade von „The Chocolate Lane“ und dazu jede Menge Bier. Wer davon nicht genug bekommen kann, vergnügt sich bestimmt noch im Biermuseum.

Wenn gleichzeitig Markt ist, solltest du dir das nicht entgehen lassen. Auch dort gab es Marzipan, Schokolade, Pommes, Obst, Gemüse und Fleisch. Die Auswahl war riesig und die Atmosphäre so, wie es sich für einen Wochenmarkt gehört.

Photo by Gotta Be Worth It on Pexels.com

Um den Marktplatz herum bieten unzählige Lokale, Gaststätten und Bars regionale und überregionale Speisen und Getränke. Die für Belgien so typischen Muscheln, die übrigens mit dem Zwergenbier (D´Achouffe) abgelöscht werden und der Kaninchentopf waren fast auf jeder Karte zu finden.

Die Bierversorgung der Stadt wird durch die „Brouwerij De Haalve Maan“ sichergestellt. Dort wird das Brugse Zot gebraut und vertrieben. Die Brauerei gibt es seit 1856 und ist seit sechs Generationen in Familienbesitz. Als ich in Brügge war gab es von den Biermacher*innen eine helle und eine dunkle Variante, inzwischen hat man auch ein alkoholfreies Bier im Angebot.

Die ersten Biere waren trüb und fermentiert. Dazu hielt das Gebräu in der Regel nicht allzu lange. Später bildete man sich in England fort und braute dann auch Ales und Stouts. In den 1920er-Jahren gab es in Brügge auch eigenes Bockbier. Die historischen Brauanlagen sind heute das Biermuseum. Zwischenzeitlich wurde in Brügge immer weniger Bier produziert, was sich im Jahr 2005 aber wieder geändert hat. Das neue Brugse Zot gewann renomierte Preise und die Produktion in Brügge wurde wieder hochgefahren.

Lobenswert: Für mehr Nachhaltigkeit hat man eine Bierpipeline gebaut, die die Brauerei mit der Abfüllanlage verbindet. Die Pipeline ist etwa 3 Kilometer lang und liegt stellenweise 34 Meter tief im Boden. Dadurch kann die Brauerei auf Tanklaster verzichten, die vorher fünf Millionen Liter Bier verfahren mussten.

Das helle Brugse Zot ist ein typisches Blonde mit 6,0% Vol. Alkohol. Es hat einen leichten Schaum und ein feines fruchtiges Aroma. Die Nase nimmt ein deutliches Zitronenaroma wahr und der Hopfen tut sein Übriges. Am Ende kommen Kräuteraromen und sogar Koriander durch. Für das Bier musst du übrigens nicht nach Brügge fahren, man bekommt es mittlerweile auch in gut sortierten Getränkemärkten.

Das dunkle Bier macht mindestens genauso viel Spaß. Es ist dunkelrot und duftet malzig nach roten Beeren. Im Gaumen treffen die Beerenaromen auf feine Zitrone. Jedenfalls im Antrunk. Später übernimmt der Hopfen das Kommando und sorgt für die Bitterkeit. Das Ganze ist perfekt aufeinander abgestimmt und macht Spaß. Im Abgang beruhigt sich der Hopfen und es wird schokoladig bis karamellig. Beide Biere machen Spaß und mächtig Lust auf Brügge.

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