Die Dortmunder Bierkultur

Dortmund ist nicht nur Deutschlands Fußballhauptstadt, sondern auch die westfälische Biermetropole schlechthin. Das erste Mal, das die Dortmunder Biergeschichte urkundlich erwähnt wurde, war bereits 1266. Damals war Dortmund eine Hansestadt und man war noch nicht dem deutschen Reinheitsgebot unterworfen.

Damals handelte es sich noch um Grutbierm also einem Bier was mit verschiedenen Extrakten gewürzt und vergoren wird. Zu dieser Zeit fanden Myrten, Rosmarin, Wacholder, Lorbeeren, Kümmel, Anis, Kirschen und Harz den Weg in das Bier. Die Menschen aus Dortmund haben dieses Bier geliebt, wahrscheinlich auch wegen Halluzinationen, die durch das Bier verursacht wurden.

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Der Hopfen zieht ein

Seit 1293 hat Dortmund das widerrufliche Recht Bier zu brauen, drei Jahre später wurde dieses Recht dann unwiderruflich. Der Stadt Dortmund sicherte das Einnahmen und damit auch Wohlstand. Ca. 200 Jahre später, genauer gesagt 1477, endete die Zeit der exotischen Bierzutaten und der erste Hopfen wurde verwendet. Dadurch wurde das Bier bekömmlicher und auch schmackhafter.

Auch die Haltbarkeit des Bieres wurde besser, so dass es sich wesentlich besser exportiere ließ. Der 30jährige Krieg (1618 bis 1648) sorgte dann dafür, dass der Niedergang des Dortmunder Brauwesen eingeläutet wurde.

Es geht wieder aufwärts

Mitte des 19. Jahrhunderts geht es, nicht nur in Dortmund, wieder aufwärts. Im Zuge der Industrialisierung gab es einen regelrechten Boom. Dortmund wurde dank Kohle und Stahl zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort und die Bierbranche hatte keine Schwierigkeiten ihre Produkte an den Mann und die Frau zu bringen.

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Einzug der Kühltechnik

Vorher konnte Bier nur mit obergäriger Hefe gebraut werden, allerdings erfand Carl von Linde das Kühlsystem, so dass ab 1873 auch untergäriges Bier gebraut werden konnte. Dieses Bier benötigte während des Brauprozesses eine Höchsttemperatur von höchsten zehn Grad Celsius. Vor der Erfindung konnte das leider nicht gewährleistet werden.

Das neue helle Bier löste das dunkle Bier ab. Kleine Brauereien konnten sich die Kühlsysteme nicht leisten und verschwanden irgendwann vom Markt. Bis 1895 schrumpfte die Zahl der Dortmunder Brauereien auf 28.

Das Dortmunder Export

Das Dortmunder Export ist eine weltweit bekannte Bierspezialität. Ein Export ist weniger herb als das Pilsener. Dank dem Dortmunder Export wurde Dortmund zur Bierstadt.1968 lag der Marktanteil vom Export in Deutschland bi fast 60 Prozent, aktuell liegt er bei ca. acht Prozent. Anfang der 1970-Jahre werden in Dortmund 7,46 Hektoliter Bier produziert, durch das Zechensterben hatten es aber auch die Brauereien immer schwerer.

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Bierstadt heute

Im Frühjahr 2005 wurde die Schließung der Brinkhoffs Brauerei beschlossen, deswegen werden fast alle Dortmunder Biere in der Dortmunder Actien-Brauerei gebraut. Seit 2007 gibt es die alte Dortmunder Biermarke „Bergmann-Bier“ auch wieder.

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