Deutschland vor der Hopfenernte

Kurz vor dem Start der Hopfenernte, die beginnt traditionsgemäß immer am letzten Wochenende im August, lohnt sich ein Blick in Deutschlands Hopfenregionen.

Die Hallertau ist mit rund 2.400m² das größte zusammenhängende Hopfengebiet der Welt und liegt mitten im Freistaat Bayern. 2016 wurden in der Hallertau fast 90% des in Deutschland verarbeiteten Hopfens angebaut und immerhin über ein Drittel des weltweit verarbeiteten Hopfens.

In dem Landstrich wird seit dem 8. Jahrhundert Hopfen angebaut, die Orte Geisenfeld und Gündel beanspruchen beide, das Ursprungsgebiet zu sein. Welche Ortschaft das am Ende tatsächlich war, kann wohl nicht mehr geklärt werden. Im Jahr 736 sollen es slawische Kriegsgefangene gewesen sein, die den Hopfen in die Hallertau gebracht haben. Bis heute wurde der Anbau immer weiter perfektioniert, so gibt es seit über 100 Jahren das Drahtgerüstsystem und seit 1967 braucht man keine Hopfenzupfer mehr, sondern kann das grüne Gold komplett maschinell ernten.

Doch wie ist es um die aktuelle Hopfenernte bestellt? Wie der Bayrische Rundfunk berichtet, kämpften auch die Hopfenbauern und –bäuerinnen mit den Folgen des Klimawandels.  Das Hopfenzentrum in Hüll tüftelt zurzeit an technischen Möglichkeiten, so wurden bereits Sorten entwickelt, die resistenter gegen Schädlinge und Krankheitserreger sind. Die fühlen sich bei Wärme und viel Regen deutlich wohler.

Neue Spritzmittel werden, und das ist gut so, gründlich geprüft und erst dann zugelassen. Ein Problem für den konventionellen Anbau, aber es gibt auch unter den Hopfenbauern immer mehr ökologischen Anbau, der auf Spritzmittel weitgehend verzichtet. Dafür setzen sie eher auf Nützlinge. Beispielsweise werden Raubmilben gegen Spinnmilben eingesetzt. Außerdem müssen die Hopfenfelder nicht zwangsläufig bewässert werden, man kann auch andere Pflanzen zum Hopfen setzen. Das sorgt für ein besseres Mikroklima und dafür, dass der Boden nicht so schnell austrocknet.

Im Hopfenanbaugebiet Spalt hofft man auf eine gute Ernte. Bevor der Hallertau den Hopfenanbau perfektionierte, war das Hopfenanbaugebiet Spalt in Franken der Rekordhalter. Trotzdem gibt es dort jede Menge Hopfen.  Und bei der diesjährigen Ernte gehen die Hopfenschätzer von einer guten Ernte aus. Das gilt zumindest für die frühen Sorten wie „Spalt Spalter Hopfen“ oder „Hallertauer Mittelfrüh“. Auch mit dem Alpha-Wert sind die Expert*innen zufrieden. Der Alphawert steht für die Bitterkeit der Hopfenfrucht. Man darf gespannt sein. Gleichzeitig freut es die Bierfreund*innen, dass bald die Zeit der Grünhopfenbiere anbricht.

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