Krombacher: Der Deutschen liebstes Pils

Wenn man im Ruhrgebiet aufwächst, dann lernt man Toleranz quasi direkt ab der Wiege. Das gilt natürlich auch für den Biergenuss. Klar, der Westfale ist Pilstrinker. Aber, sieht man mal von Gelsenkirchen ab, findet man in den Kneipen Pilsbiere aus dem Ruhrgebiet, wie zum Beispiel Fiege und Stauder. Dazu kommt das Pils aus Dortmund, dem Sauer- oder Siegerland. In fast jedem Restaurant gibt es neben dem Pils auch ein Altbier vom Fass. Weizenbier wird als Flaschenbier angeboten.

Nach meinem Umzug ins Münsterland musste ich feststellen, dass der Münsterländer nicht nur stur, sondern eben auch wenig experimentierfreudig ist. Das gilt auch für das Bier. In gefühlt 80 Prozent aller Gaststätten und Kneipen gibt es Krombacher vom Fass. Mit ganz viel Glück dazu noch eine Alternative und die kommt meistens aus der Flasche.

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Was für die Kneipen und Restaurants gilt, zählt auch für die Münsterländer*innen und ihren privaten Bierkühlschrank. Dem ein oder anderen kommt halt nur das Krombacher ins Haus. In meinem privaten Umfeld hat sich die Biervielfalt deutlich erhöht, und das ist gut so.

Es geht mir nicht darum, die Krombacher-Brauerei und ihre Biere schlecht zu reden, ich bin allerdings für Vielfalt in der Flasche bzw. im Glas. Dass das viele Biertrinker*innen anders bewerten, sieht man wenn man auf die Lieblingsbiere der Deutschen schaut, denn dort liegt Krombacher ganz klar in Führung.

Sehr zum Wohle.

Die Krombacher-Brauerei liegt in Kreuztal im Siegerland. Kreuztal liegt zwischen Siegen und Plettenberg. Und eben dort gibt seit dem Jahre 1803 die Krombacher-Brauerei, die bis heute im Familienbesitz liegt und aktuell von Bernhard Schadeberg geführt wird.

Nach einer Verordnung von 1618 durften nur diejenigen Bier verkaufen, der auch eine Hausbrauerei incl. Malzdarre hatte. Das war der Grund, die Krombacher-Brauerei zu gründen.

Inzwischen hat man auch die Vertriebsrechte für Schweppes und Orangina. Zu Beginn des Jahres wurde die Rolinck-Brauerei in Steinfurt aufgekauft.

Nicht nur das Portfolio, sondern auch das Sortiment der Biermacher*innen aus dem Siegerland wird immer größer. Was mit dem klassischen Pils begann, wurde mit dem Weizenbier in Hell und Dunkel, einem Hellen, drei Landbier-Varianten (Kellerbier, Landbier, Dunkel) fortgesetzt. Dazu kommen mit dem Radler und dem Radler Naturtrüb zwei Biermischgetränke. In der alkoholfreien Variante gibt es das Pils, das Weizenbier, das Radler und das Weizen-Zitrone. Dazu kommt eine Serie, die komplett ohne Alkohol auskommt. In der 0,0%-Variante gibt es ein Pils, ein Weizen, ein Radler und ein Weizen-Grapefruit-Mix.

Die neueste Kreation aus dem Siegerland ist das Limo-Bier, welches es als mit Zitrone und Maracuja gibt. Beide Varianten bestehen zu 30 Prozent aus Krombacher Pils und zu 70Prozent Limo. Dasraus ergibt sich ein Alkoholgehalt von 1,5% Vol. und weniger als 100 Kalorien pro Flasche.

Viele Kleinbrauerei setzen bereits auf das Thema Nachhaltigkeit. Ein Thema, welches auch bei Krombacher ganz oben auf der Tagesordnung steht. In den letzten Jahren hat man nach eigenen Angaben bereits über 3 Mio. Tonnen CO2 eingespart. Im Jahre 2011 war Krombacher die erste Großbrauerei, die einen Nachhaltigkeitsbericht aufgestellt hat. Von diesem Bericht gibt es seitdem eine regelmäßige Neuauflage.

Auch beim Wasserverbrauch legt man im Siegerland hohe Maßstäbe an. Durchschnittlich werden in der Bierbranche pro Hektoliter mehr als 6 Hektoliter pro Hektoliter Bier benötigt. Bei Krombacher liegt man bei einem Wasserverbrauch von 3,52 Hektolitern.

Dazu kommen zahlreiche Umweltprojekte. Seit 2002 gibt es bei Krombacher die Regenwald-Kampagne. Für einen Kasten Krombacher wird jeweils 1m² Regenwald im Regenwald-Reservat Dzanga Sangha geschützt. Durch die Krombacher-Aktion wurden bisher fast 100 Mio. m² Regenwald geschützt. Eine gute Sache.

In diesem Jahr kommt noch ein Umweltprojekt in der Heimat dazu. Man will das Krombach-Tal „zum Leben erwecken“, heißt es in einer Meldung der Brauerei. Das Krombach-Tal liegt in direkter Nachbarschaft zur Braustätte. Durch gewässerökologische Maßnahmen soll der Krombach wieder zahlreichen Tier- und Pflanzenarten wichtigen Lebensraum geben. Es wird ein naturgerechtes Feuchtbiotop entstehen. Das Projekt soll im nächsten Frühjahr abgeschlossen sein, danach soll es aber ein dauerhaftes Monitoring geben.

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