Ein Erfurter Helles im Schatten der Krämerbrücke

Das Schöne an Geschäftsreisen ist, dass man so in Städte kommt, in die man unter normalen Umständen niemals gereist wäre. Zuletzt hat es mich in die thüringische Hauptstadt Erfurt verschlagen. Von der bekannten Krämerbrücke hatte ich sogar schon gehört. Die Krämerbrücke war ursprünglich eine Holzbrücke, die über den Fluss Gera führte. Die erste Erwähnung der Brücke datiert aus dem Jahre 1117, als sie durch einen Brand zerstört wurde.

Schon damals, standen auf beiden Seiten der Brücken Krambuden, eine Tatsache, der die Brücke ihren Namen verdankt. In den Folgejahren kam es zu zahlreichen Bränden, so dass man sich entschied, die Brücke aus Steinen neu zu errichten. Im Jahr 1325 war die Brücke fertiggestellt. Auf beiden Seiten gab es unbebaute Fachwerkbuden und an den Brückenköpfen standen mit der Benediktikirche und der Ägidienkirche zwei Gotteshäuser.

Die Gewölbebrücke ist insgesamt fast 80 Meter lang und wurde aus Kalk- und Sandsteinen errichten. Im Jahre 1472  wurde die Hälfte der Brücke mit den Häusern zerstört und danach in der heutigen Form aufgebaut. Seit diesem Zeitpunkt konnten die Häuser auf der Brücke bewohnt werden. Zwischen den Häusern hat man in der heutigen Zeit zwischen den Hausfluchten 5,5m Platz. Bei schönem Wetter ist der Andrang, vor allem an der Eisdiele, riesengroß.

Bis zum 18. Jahrhundert sank die Anzahl der Häuser immer weiter, heute sind noch 32 Wohnhäuser auf der Krämerbrücke. Die Benediktikirche wurde 1810 für ein weiteres Wohnhaus abgerissen und auch im zweiten Weltkrieg wurde die Brücke in Mitleidenschaft gezogen. Die Häuser 12 und 13 mussten nach amerikanischem Beschuss im April 1945 abgerissen werden. Sieben Jahre später wurden sie aber neu errichtet. Auch zu DDR-Zeiten wurde an der Brücke gewerkelt und die zwischen 1967 und 1973 alle Häuser renoviert.

Bis auf vier Häuser befinden sich in der heutigen Zeit alle Häuser im Besitz der Stadt Erfurt. Mein Rückweg zum Hotel führte mich über die Michaelistraße, wo auch der Bierrufer liegt. Vor dem Laden stehen ein paar Bistrotische die direkt einladend wirkten. Die Bedienung hat mir das Erfurter Helle empfohlen.

Das Helle aus der Erfurter Brauerei „Heimathafen“ ist ein typisches süffiges Helles. Das Hopfenaroma ist fein und hervorragend abgestimmt. Das Helle heißt Gabi, was nicht etwa was mit einer Verflossenen des Braumeisters zu tun hat, der Name steht schlicht uns einfach für GAragenBIer. Es wurde zum ersten Mal, wie bei vielen anderen Mikrobrauern wohl auch, in einer Garage gebraut.

Schön, dass das Bier den Weg aus der Garage in die Altstadt gefunden hat. Es hat mir so gut gefallen, dass ich mich sicher mit dem ein oder anderen Bier der Erfurter Biermacher*innen noch eindecken werde.

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