Ein DAB zum Dosenbier-Dienstag

Dortmund ist Bierstadt. Eine der traditionsreichsten Sorten in das Pils aus der Dortmunder Actien-Brauerei, von den Biertrinker*innen aus der westfälischen Fußballmetropole nur kurz und liebevoll „DAB“ genannt.

Das DAB gibt es bereits seit 1868 und damit 41 Jahre länger als den BVB. Gegründet wurde die Brauerei von den Kaufleuten Laurenz Fischer, Friedrich Mauritz und dem Braumeister Heinrich Herbertz. Damals hieß die Brauerei allerdings noch „Bierbrauerei Herbertz & Co.“. Die Umbenennung in Dortmunder Actien-Brauerei folgte im Jahre 1872.

Ab 1881 wurde das Bier untergärig, als Dortmunder Helles gebraut, 1885 wurde erstmals die 100.000 Hektoliter-Marke geknackt. 1913 konnte man den Bierausstoß dann auf 250.000 Hektoliter steigern.

Während des ersten Weltkrieges gab es die sogenannten Konzentrationsprozesse. Das heißt, dass die Zahl der Dortmunder Brauereien reduziert wurde. Von ehemals 28 Brauereien blieben nur acht übrig. Die DAB-Brauerei blieb bestehen, übernahm aber die Tremonia-Brauerei und die Klosterbrauerei Meininghaus.

Photo by Maksim Goncharenok on Pexels.com

Zwischen den beiden Weltkriegen (1933) konnte DAB den Absatz weiter steigern. Man konnte mit insgesamt 750 Mitarbeitern den Ausstoß auf 800.000 Hektoliter steigern.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Brauerei ausgebaut und knackte 1959 als zweite Brauerei in Deutschland den Ausstoß von 1 Million Hektolitern. Die Dortmunder Erfolgsgeschichte ging zunächst weiter. 1968 rundete man dreistellig und konnte 1,6 Millionen Hektoliter Bier an die Kund*innen bringen.

1971 übernahm man die Hansa-Brauerei und zog 1982 in den Neubau auf dem ehemaligen Gelände der Borussia- bzw. Hansabrauerei. Bis 1983 lag der Firmensitz aber im Dortmunder Braureiviertel an der Rheinischen Straße.

Der Neubau kostete die Verantwortlichen 150 Millionen Euro. Unter dem viel zu hohen Preis hatte die Brauerei lange Zeit zu knacken, dennoch war DAB 1984 mit 2,6 Millionen Hektolitern die größte Brauerei im Ruhrgebiet.

1996 hat man die Marken- und Vertriebsrechte der Dortmunder-Kronen-Brauerei übernommen, aber auch das konnte den Niedergang nicht stoppen. 2001 stellte der Aufsichtsrat fest, dass die Brauerei hoch verschuldet ist. Durch Kredite der Berg-Brauerei konnte der Betrieb zunächst aufrecht gehalten werden.

Seit 2002 gehört DAB, genauso wie Brinkhoff´s und Hövels, zur Radeberger-Gruppe.

An dem Geschmack des Bieres von DAB scheiden sich die Geister. Im Glas sieht es schonmal gut aus. Goldgelb mit einer ordentlichen Schaumkrone. Bis hier hin nix zu meckern. Das Bier riecht würzig und herb. Besondere Aromen nehme ich nicht wahr, habe ich aber auch nicht erwartet. Der Antrunk ist mild mit einer leichten Würze, ehe die Süße im Mittelteil die Hauptrolle übernimmt. Auch der Abgang ist hopfig und damit pilstypisch.

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