Vergessene Brauereien: Die Brauerei Schwelm

Jedem Ort seine eigene Brauerei. Was heute für die Craftbierszene gilt, galt bereits vor dem Zeitalter der Industrialisierung. So kam es, das auch die Stadt Schwelm ihre eigene Brauerei bekam.

Schwelm liegt im Ennepe-Ruhr-Kreis zwischen Wuppertal und Hagen und damit unmittelbar an der Grenze zum Rheinland. Aktuell hat Schwelm knapp 30.000 Einwohner und war früher wirtschaftlich durch einen Standort der Firma Linde geprägt, die Produktion wurde aber 2001 endgültig eingestellt.

Die Schwelmer Brauerei wurde 1830 durch einen Schwelmer Gastwirt gegründet und 1867 an zwei Unternehmer verkauft, von denen einer seine Anteile 20 Jahre später weitergab. Seit 1897 wurde in Schwelm Pils unter dem Namen Schwelmer Ur-Pils gebraut.

Bis 1904 wurde das Bier in Holzfässern gebraut, ehe die Schwelmer Braumeister aus Emaille-Fässer umstellten, die aus einem Schwelmer Eisenwerk kamen. 1997 übernahm Bier Schneider aus Hagen Anteile und gab diese an Veltins weiter, die im Jahr 2000 die Schließung der Brauerei verkündete.

Doch die Schwelmer kämpften um ihre Brauerei. Das Unternehmerpaar Heidrun und Rolf Lohbeck investierten und konnten die Brauerei vorerst erhalten. Die Brauerei wurde in Folge dessen für fünf Millionen Euro saniert und bekam eine neue Abfüllanlage und eine neue Lagerhalle.

Doch der Absatz reduzierte sich und die auch die Mitarbeiter leisteten durch längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich ihren Anteil, doch es war am Ende vergeblich. Die Brauerei konnte nicht gerettet werden und musste vor zehn Jahren den Betrieb einstellen.

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