Grevensteiner: Das Landbier aus dem Sauerland

In der Vergangenheit haben immer mehr Industrie-Brauereien ihr Sortiment geändert und erweitert. Meiner Meinung nach eine Reaktion auf den wachsenden Craftbier-Markt. Ein Zug, auf den auch die Veltins-Brauerei aus Meschede aufgesprungen ist.

Was den Namen der Brauerei betrifft, gehen die Macher*innen von Veltins zurück zu den Wurzeln. Zur vorletzten Jahrhundertwende haben die Zwillingsbrüder Carl und Anton Veltins die heutige Veltins-Brauerei unter dem Namen „Grevensteiner Brauerei“ geführt.

Grevensteiner Landbier: Foto: Hopfendelikatessen

Im Jahr 2014 feierte man die Örtchen Grevenstein, worauf der Name der Brauerei zurückzuführen ist, sein Dorfjubiläum. Aus diesem Anlass wurde das Grevensteiner Landbier gebraut. Inzwischen sind auch ein Radler, ein Helles und aktuell auch ein dunkles Bockbier hinzugekommen.

Alle vier Bierspezialitäten zeichnet die ungefilterte Naturtrübe aus. Im Handel findet man sie sowohl als 0,33- als auch als 0,5l-Steini-Flasche. Das Landbier gibt es zusätzlich in der Dose und im 30-Liter-KEG-Fass.

Das Örtchen Grevenstein ist ein sauerländischer Erholungsort, der seit 1975 zur Stadt Meschede im Hochsauerlandkreis gehört. Erstmalig wurde Grevenstein 1324 erwähnt. Seit dieser Erwähnung ist auch im beschaulichen Grevenstein viel passiert. Im Dreißigjährigen Krieg fielen sowohl schwedische als auch kaiserliche Truppen in die Stadt ein. Auch die Pest verschonte den Ort nicht. Vor allem die Jahre 1746 und 1843 warfen die Stadt zurück und die Einwohnerzahl sank zwischenzeitlich auf 524.

Die für jeden sauerländischen Ort so wichtige Schützenhalle gibt es seit 1893. 1938 wurde das Haus einer jüdischen Familie auf der Burgstraße zum Ziel des Novemberprogroms. Mit Lilli Lilienfeld wurde die letzte jüdische Grevensteinerin ins Ghetto Litzmannstadt deportiert. Danach verlieren sich die Information zu jüdischem Leben in Grevenstein.

Nachdem Krieg wurden zahlreiche Flüchtlinge, Evakuierte und Zwangsarbeiten in Grevenstein untergebracht. Die Befreiung von der nationalsozialistischen Herrschaft erfolgte am 11. April 1945.

Heute ist der Ort vor allem durch die Veltins-Brauerei und durch den Tourismus geprägt.

Allerdings ist der Ort wohl erst durch das Grevensteiner Bier deutschlandweit bekannt geworden. Geschmacklich kann es sich jedenfalls sehen lassen. Im Glas oder im Glaskrug, aus dem das Grevensteiner in der Regel getrunken wird, schimmert es bernsteinfarben mit einem fast samtigen Schaum. Karamell und Honig, dazu Mandeln und eine gewisse Fruchtigkeit untermauern den ersten Eindruck.

Die Malze sind leicht bitter mit nussigen Aromen. Das Bier ist süffig und gut trinkbar und wird im Abgang nochmal von Karamell unterstützt.

Für mich ein gelungenes Bier und vor allem in der Gastro eine echte Alternative zum Veltins Pilsener.

2 Gedanken zu „Grevensteiner: Das Landbier aus dem Sauerland

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