Die Hafensänger vom Mashsee

Wenn man das Internet befragt was ein Hafensänger ist, findet man verschiedene Definitionen. Zum einen handelt es sich um einen betrunkenen und singenden Nachtschwärmer, der mit billigen Mädchen die Hafengegend unsicher macht.

Eine andere Quelle verrät, dass ein Hafensänger im Hafen steht und dort singt. Genau das, worauf die Bezeichnung eben schließen lässt. Manch einer hat dabei etwas schief gesungen. Oftmals hat es sich dabei um Matrosen gehandelt, die nicht mehr zur See fahren konnten.

Eine Hafensängerin soll man dagegen eher in Bars oder Nachtlokalen finden.

Photo by Andrea Piacquadio on Pexels.com

Ob es auf oder am Maschsee in Hannover Hafensänger*innen gibt, kann ich leider nicht herausfinden. Der Maschsee ist ein künstlich angelegter See südlich der Innenstadt von Hannover. Mit seiner Fläche von 78 Hektar ist er für Wassersportler genauso interessant wie für Erholungssuchende.

Ursprünglich lag auf dem heutigen Seegrundstück die Leinemasch, ein Überschwemmungsgebiet der Leine. Der Begriff Masch ist eine Ableitung der Fachbegriffes Marsch.

Durch die Schneeschmelze im Harz kam es in Hannover immer wieder zu Überschwemmungen, so dass es im späten 19. Jahrhundert bereits Pläne gab, den See anzulegen. Der Planungsauftrag wurde dann 1925 erteilt und die Bauarbeiten begannen 1934. Damit wollte man die hohe Arbeitslosigkeit minimieren, das Hochwasserbett eindämmen und ein Naherholungsgebiet für Hannover schaffen.

Auf der heutigen Fläche des Sees stand die Bismarcksäule, an der bereits paramilitärische Aufmärsche und die Bücherverbrennung stattgefunden haben. Die NSDAP setzte nach der Machtergreifung die Pläne weiter um. Die Arbeiter waren schlecht bezahlt und mussten unter noch schlechteren Bedingungen arbeiten. Am Ende waren es 1.650 Arbeiter, die fast 800.000m³ Boden ausgehoben haben.

Bereits 1936 endete das Projekt und der Maschsee konnte feierlich eröffnet werden. Heute verliert der See pro Tag durch Sickerwasser und Verdunstung täglich bis zu 10.000m³ Wasser. Um den Pegel konstant zu halten, wurde ein Pumpwerk errichtet. Allerdings wird zwischen November und Februar nicht gepumpt. Pro Winter kann der Wasserspiegel bis zu 45cm sinken.  Je nach Witterung müssen pro Jahr ein bis zwei Millionen Kubikmeter Wasser in den See geleitet werden.

Falls du in Hannover doch mal auf einen Hafensänger triffst, wird es sich dabei wahrscheinlich um ein Baltic Porter aus der Mashsee-Brauerei handeln. Tiefschwarz ist das Bier und es duftet herrlich und verführerisch nach Röst- und Karamellaromen, die durch den feinen, ja fast cremigen Schaum schön durchkommen. Es ist aber hervorragend zu trinken und hat auch dezente fruchtige Aromen am Start. Im Abgang kommt noch Toffee dazu. Schmeckt bestens zu deftigen Speisen oder einfach nur so. Kein Wunder, dass der Malzgeschmack dominiert, schließlich findet man mit Pilsener Malz, Cara Hell, Chocolate Malz, Münchener Malz und Black Malt gleich fünf verschiedene Malze im Bier.

Dabei verliert es nicht seine Trinkbarkeit. Ein wunderbares Bierchen für kalte und dunkle Tage. Wohl bekomms.

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