Licher Pils: Ein Klassiker aus Hessen

Wie hoch der Bekanntheits- und Verbreitungsgrad des Bieres aus der Licher Brauerei außerhalb Hessens ist, vermag ich nicht einzuschätzen. In Hessen sollte vor allem Bekanntheitsgrad des Pilseners recht hoch sein, so dass man zu Recht von einem absoluten Klassiker sprechen kann.

Bereits 1854 wurde die Brauerei im hessischen Lich gegründet. Der Ort eignete sich perfekt, schließlich gab es dort ein Brunnen und einen Felsenkeller, der als Kühlkammer diente. Aus einem Gasthof wurde eine Brauerei die um 1900 bereits 22.000 Hektoliter pro Jahr produziert hat. Im Jahre 1911 wurde das erste „Licher“ mit einem LKW ausgeliefert.

1923 folgte der Zusammenschluss mit der „Brauerei Jhring-Melchior KG“. Beide Brauereien produzierten jährlich 60.000 Hektoliter und man begann den Betrieb umzustrukturieren. Gebraut wurde fortan nur noch in Lich und am Standort von Jhring-Melchior entstand die Mälzerei und das Bierlager. 1923 machte man einen Gewinn von 1,6 Billionen Mark. Zahlen die in Anbetracht der Inflation wertlos waren.

In den Zeiten der Weltwirtschaftskrise verlangsamte sich das Wachstum und die Produktion sankt bis 1931 auf 44.000 Hektoliter, stieg bis 1941 aber wieder auf über 100.000 Hektoliter an.

Während des Krieges blieb die Brauerei unversehrt, allerdings machte die Mangelwirtschaft den hessischen Biermachern große Probleme. Nach dem Krieg gehörte Licher zu den Army Breweries, die die Besatzungstruppen mit Bier versorgen sollte. Ab 1948 durfte das Bier dann auch wieder an die hessischen Biertrinker*innen verkauft werden.

1954 war man erstmalig der Marktführer in Hessen und lieferte dort nun flächendeckend aus. 1999 wurde die Licher Privatbrauerei von Holsten übernommen, wurde aber 2004, ebenso wie die König Brauerei aus Duisburg, von Bitburger übernommen.

Heute verfügt die Brauerei über eine vollbiologisch arbeitende Kläranlage und der Reifeprozess wird in 37 Gärtanks elektronisch gesteuert. Die 2006 in Betrieb genommene Abfüllanlage kann in einer Stunde 55.000 Flaschen füllen. Aktuell kümmern sich 186 Mitarbeiter*innen um den Biernachschub in Hessen.

Foto: Hopfendelikatessen

Der Beliebtheitsgrad der Hessinnen und Hessen zu ihrem Bier ist ungebrochen. Nicht zu Unrecht, wie ich finde. Im Glas zeigt die goldgelbe Farbe und auch Freund*innen des Bierschaumes kommen auf ihre Kosten. Er ist reinweiß und stabil.

Der Geruch ist pilstypisch hopfig, dazu ein dezenter brotiger Geruch, der mit Fruchnoten von reifen Äpfeln gepaart ist. Der Geschmack in angenehm spritzig und eher süffig, typisch für ein Bier, das eher aus dem Süden der Republik kommt. Malzaromen und Kräuter sind hervorragend abgeschmeckt, so dass es zu einem milden und feinen Abgang kommt.

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