Kein Bier ohne Hopfen

Ohne Bier kein Hopfen. Natürlich gibt es auch Biere, die ohne Hopfen auskommen, wie etwa der Brüllende Bock von G´Bräu, der mit zahlreichen Kräutern gebraut wurde. Allerdings ist das doch eher die Ausnahme. Die Bittersorten des Hopfens sorgen, wie der Name schon sagt, für das typische Bitteraroma, während die Aromasorten, grasige, florale und fruchtige Noten ins Bier transportieren.

Hopfen gehört in der Botanik zur Familie der Hanfgewächse und wurde 2007 zur Arzneipflanze des Jahres ernannt. Die Wildform des Hopfens, die an der einen oder anderen Stelle zu finden ist, bevorzugt vor allem stickstoffreiche und feuchte Standorte, wie sie in Auenwäldern zu finden ist. Dabei findet man ihn eher in kleinen Gruppen.

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Seine Kletterhaare sind ankerartig und haben eine extreme Haftfähigkeit. Die Reben können am Tag bis zu zehn cm wachsen. Die Pflanzen oberhalb des Erdbodens leben eine Saison und sterben dann ab, sobald die Samen reif geworden sind. Zuchtformen erreichen Höhen bis zu acht Metern, die Wildformen werden etwas größer.

Allerdings kann man aus Hopfen nicht nur Bier machen. Vor allem die jungen Sprossen sind eine Deliktesse, wenn sie kurz in Butter geschwenkt werden. Das größte deutsche Hopfenanbaugebiet ist die Hallertau, gefolgt vom Elbe-Saale-Anbaugebiet und das Schussental zwischen Tetnang und Ravensburg.

In der Regel stehen auf den Hopfenfeldern nur weibliche Pflanzen, da die Befruchtung männlicher Pollen den Ertrag an Bierwürze mit sich bringen würde. Der sogenannte Bitterhopfen hat deutlich mehr Bitterstoffe, der Aromahopfen dafür deutlich mehr Geschmack. Je früher der Hopfen ins Bier wandert, desto würziger wird er. Findet der Hopfen erst spät den Weg ins Bier, wird es eher milder.

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Der Hopfenanbau wurde erstmals 736 nach Christus in der Hallertau schriftlich erwähnt, später folgten Berichte aus anderen Teilen Europas.

Ab März sieht man den Hopfen, wie er in den Hopfengärten kultiviert wird. Draht dient als Kletterhilfe. Sobald die Dolden reif sind, werden sie entsprechend geerntet. Dafür werden die kompletten Reben maschinell abgeschnitten und auf den Höfen werden die Dolden vom Hopfenstock getrennt. Die feuchten Dolden werden, wenn sie nicht für das Frischhopfenbier verwendet werden, in der Darre getrocknet. Trocknet bedeutet, dass sie nicht mehr als elf Prozent Feuchtigkeit erhalten dürfen. Dann wird der Hopfen gepresst und gekühlt, damit er sein Aroma behält. Oftmals wird der Hopfen zu sogenannten Pellets verarbeitet, mit dem zahlreiche Brauereien heutzutage arbeiten.

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95 Prozent des Hopfens gehen für die Bierproduktion drauf, der Rest wird für die Produktion von Likören, Schnäpsen, Limonaden und für medizinische Zwecke benötigt. Seit einiger Zeit wird auch der Hopfenspargel nachgefragt. Hierbei handelt es sich um die frisch ausgetriebenen Sprösslinge, die im März und April ausgegraben werden müssen. Der Hopfenspargel ist eine der teuersten Gemüsesorten, die in Deutschland angebaut werden.

Die Zapfen des Hopfens wurden bereits im 18 Jahrhundert als Schlaf- und Beruhigungsmittel verwendet

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