Vergessene Brauereien: Das Pils aus der Dresdner Felsenkeller-Brauerei

Kurz vor Weihnachten wurde mir ein Bierpräsent überreicht. Nehme ich natürlich sehr gerne. Vor allem dann, wenn ich diese Biere noch nicht kenne und dann an dieser Stelle über sie berichten kann.

Eins davon war das Pilsener aus der Dresdener Felsenkeller-Brauerei. Die Felsenkeller-Brauerei gibt es nicht mehr, das besagte Bier wird in der Feldschlösschen-Brauerei hergestellt, die unweit der ehemaligen Braustätte im Stadtteil Coschütz liegt.

Um 1900 herum war die Felsenkeller-Brauerei eine der Größten in ganz Deutschland, gegründet wurde sie 44 Jahre zuvor. Der Name wurde von einer 66 Meter langen Stollenanlage abgeleitet, die man als „Eiskeller“ 1857 in den Felshang geschlagen hat. Wenn man einer Legende Glauben schenken darf, lebt dort der Eiswurm.

Die Brauerei besaß zwei Brunnen aus denen man das Wasser für den Eiskeller gezogen hat. Zu Beginn der Brauerei stellte man bayrisches Lagerbier her, später stellte man auf Pilsener um. Um den Absatz auszubauen und um sich gegen den Druck der Konkurrenz zu erwehren, kaufte man zahlreiche Brauereien in ganz Sachsen auf.

Während des zweiten Weltkrieges wurde die Braustätte bei den Angriffen auf Dresden zerstört und nach dem Krieg verstaatlich, ab 1952 wurde sie als „VEB Dresdner Felsenkellerbrauerei“, später wurde sie als Werk West mit anderen Dresdner Brauereien zusammengeschlossen.

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1973 konnte man erstmals 500.000 Hektoliter Bier ausstoßen, wenig später gab es weitere Zentralisierungen in der DDR. Damals hat man 15 Brauereien und Mälzereien als Getränkekombinat Dresden zusammengeschlossen. Seit 1981 wurde die Produktion des Flaschenbieres in die Coschützer Brauerei verlegt, im Felsenkeller braute man nur noch Fass- und Tankbier.

Die Brauerei wurde 1991 geschlossen, die ehemalige Brauerei gilt heute als Industriedenkmal. Heute befinden sich dort unter anderem ein Labor des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf und der erste Untertage-Teilchenbeschleuniger der TU Dresden.

Zurück zum wesentlichen, zurück zum Bier. Im Glas schimmerte es pilstypisch mit einer üppigen Schaumkrone. Der Antrunk ist spritzig und süffig, sogar ein bisschen blumig. Dann kommt die Würze durch und auch Bittere des Hopfens. Ein mildes und süffiges Bier. Nicht herausragend, sondern bodenständig und ehrlich. Wohlsein.

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