Der Saarländer und sein Bier

Die Saarländer haben es nicht leicht: Zum einen wird ihre Heimat gerne für Größenvergleiche herangezogen. Das Saarland ist nicht nur einmal so groß wie das Saarland, sondern hat auch etwa 33,3% der Fläche der Metropolregion Mexico-City. In einer Datenbank im Netz findet sich die Wortfolge „so groß wie das Saarland“ 275-mal. Damit ist man unangefochtener Spitzenreiter, genauso wie der saarländische SV Elversberg in der Regionalliga Südwest.

Die Karlsberg-Brauerei, nicht zu verwechseln mit der Carlsberg-Brauerei aus Kopenhagen, hat ihre Heimat in Homburg. Die Brauerei gibt es seit 1878, damals gegründet unter dem Namen „Bayrische Brauerei zum Karlsberg“. Gründer war der Kaufmann Christian Weber. Namensgeber war die damalige Schlossanlage in der Nähe der heutigen Brauerei. Das Schloss wurde allerdings am 28. Juli 1793 abgebrannt und bereits vorher zur Plünderung freigegeben. Bereits zu dieser Zeit war das Karlsberg im Saarland sehr beliebt, die Kapazitäten der Brauerei reichten nicht mehr aus, ein Umzug an den Stadtrand war nötig. 1898 konnte die Brauerei 90.000 Hektoliter pro Jahr produzieren.

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Zur damaligen Jahrhundertwende wurde das Bier nicht nur im Umland, sondern auch in der Pfalz, in Lothringen und in Luxemburg getrunken. Die Leitung der Brauerei investierte in Eisenbahnwaggons, auch der erste LKW startete 1910. Auch nach dem ersten Weltkrieg blieb die Brauerei auf Wachstumskurs.

Die Beeinträchtigung durch den zweiten Weltkrieg waren deutlich größer. Man verlor einen großen Teil seiner Belegschaft und auch die Brauerei wurde komplett zerstört. Nach dem Krieg profitierte Karlsberg von der Sonderstellung des Saarlandes, man war wirtschaftlich den Franzosen angeschlossen und fand zügig neue Vertriebswege nach Frankreich. 1953 war Karlsberg die erste Brauerei im deutsch-französischen Einzugsgebiet, welche die Bierdose einführte. Daraufhin konnte man den Absatz auf 250.000 Hektoliter steigern. Die große Carlsberg-Brauerei war von dem Erfolg in der quasi Namensgleichheit nicht angetan, außergerichtlich verpflichteten sich die saarländischen Bierbrauer, ihr Bier für den Export als Karlsbräu zu vermarkten. In Folge dessen erwarb den in Frankreich bekannten Markennamen Walsheim. Zeitgleich konnte die Produktion verdoppelt werden und das erste Karlsberg Feingold verließ 1957 die Brauerei.

Zu Beginn der 1960-Jahre versorgte man auch Hessen, Bayern und NRW mit dem Homburger Bier, bis zum Jahre 1974 stieg der Bierausstoß dann auf 1 Mio. Hektoliter Bier. Durch zahlreiche Übernahmen stärkte Karlsberg die Marktposition und produzierte 2002 sogar 4 Mio. Hektoliter.

Mit dem UrPils, dem Hellen, einem Kellerbier, dem Pils, dem Feingold, Export, zwei Weizenbieren und zwei alkoholfreien Bieren haben die Biermacher*innen aus Bad Homburg insgesamt zehn Biere in ihrem Sortiment. Dazu kommt mit dem Bock eine saisonale Spezialität und weitere limitierte Biere.

Auch bei den Biermischgetränken sind die von Karlsberg Vorreiter und Vorreiterinnen. Das Mixery war das erste Biermischgetränk auf dem Markt und führt den mit Mixery Cola, dem Mixery Iced Blue, dem Mixery Cherry und dem Iced Yellow weiter an.

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