Hopfmeister: Der, die oder das Helle?

Die von Hopfmeister, dessen Biere es aktuell in einigen TrinkGut-Märkten gibt, haben in ihrer Modern Classics-Serie zwei Helle im Sortiment. Einmal in der weiblichen und einmal in der männlichen Form. Darum geht’s aber nicht, sondern um zwei verschiedene Interpretationen eines doch eher klassischen Bierstils.

Was ist ein Helles?

Ein Helles gehört zur Familie der Lagerbiere und ist nicht nur in Süddeutschland sehr beliebt. Es ist eher mild und süffig. Weniger Hopfen, dafür mehr getreidigere Aromen. Auch wenn das Helle aus dem Süden kommt, wurden die ersten Hellen in Hamburg an die Hafenarbeiter und Seemänner ausgeschenkt. Den hat es gefallen, die Qualitätskontrolle war gelungen und das Helle fand den Weg zurück nach Bayern.

Der Helle

In dieser Variante haben sich die Biermacher*innen von Hopfmeister mehr ausgetobt als in der ersten Variante. Die Aromen erinnern an Blumen und Kräuter, dazu kommen dezente Zitrusnoten. Im Antrunk spürt man bereits die Herbe des Hopfens, im Gegensatz zum klassischen Hellen. Mein erster Eindruck war, dass das kein Helles, sondern eher ein Pils ist. Der zweite Schluck hat mir besser gefallen. Das Bier wurde relativ lange gelagert, deswegen ist es trotzt nicht durchgeführter Filtration fast klar. Ein gelungenes Bier, auch wenn es eben nicht wie das klassische Helle schmeckt.

Die Helle

Diese Version kommt dem klassischen Hellen deutlich näher. Der Hopfen bleibt im Hintergrund und das Aroma ist um Längen fruchtiger. Die Nase vernimmt den Duft von Mandarinen, Beeren, Steinfrüchten und Honig. Das machen die Aromahopfen, die in einem klassischen Hellen nicht zu finden sind. Experimentierfreude macht nicht nur den Brauer*innen Freunde, sondern tut auch dem Bier sichtlich gut. Das Bier ist süffig, mild und macht Lust auf mehr. Genau wie die erste Version hat das Bier eine lange Lagerzeit und braucht deswegen keine Filtration.

Fazit

Beide Biere sind gelungen und zu empfehlen, die fruchtigen Aromen der weiblichen Version gefallen mir deutlich besser als die herbe Version. Der Helle erinnert mich auch nur im entferntestes Sinne an die klassische Variante, auch deswegen würde ich beim nächsten Mal eher zu der Hellen greifen.

Wer sich über alte Rollenbilder ärgern will, kann das gerne tun. Die Brauerei spielt mit den Klischees und denkt sich: „Trink doch, was du willst!“ Genau. Sehr zum Wohle.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s