Andere Länder, andere Biere: Das Amstel aus den Niederlanden

Neben den beiden großen Brauereien Heineken und Grolsch ist, zumindestens aus meiner Wahrnehmung, die Amstel-Brauerei die dritte große Brauerei aus den Niederlanden. Vor allem während meiner Urlaube in unserem westlichen Nachbarland greife ich gerne mal zur Flasche mit dem roten Etikett oder wahlweise auch zur Dose.

Allerdings ist Amstel keine eigenständige Brauerei mehr. Die Marke befindet sich im Besitz von Heineken, wo das Amstel-Bier seit 1980 gebraut wird. Die Gründung geht auf das Jahr 1870 zurück, als die Brauerei nach dem Fluss Amstel benannt wurde. Die Amstel ist 31 Kilometer lang. Seinen Ursprung hat sie an der Stelle, wo Drecht und Kromme zusammenfließen. Ursprünglich mündete die Amstel in einem Meeresarm der Zuidersee, heute liegt die Mündung in der Amsterdamer Innenstadt am Muntplein.

In den Anfängen der Amstel-Brauerei nutzte man das Flusswasser zur Kühlung. Im Winter nutzte man das Eis aus den Grachten, welches in speziellen Kellern aufbewahrt wurde. Zu dieser Zeit, der Ausstoß lag 1872 immerhin bei 10.000 Hektolitern, wurde das Bier hauptsächlich in Amsterdam getrunken. Kurz darauf begann man, das Pils auch nach Großbritannien und Indonesien zu exportieren.

In der 1920er-Jahren gehörte man zu den Big Playern der Branche, 30 Prozent des exportierten niederländischen Bieres war mit dem Etikett der Amstel-Brauerei versehen. Während des zweiten Weltkrieges übernahm man gemeinsam mit Heineken das Kapital der Amsterdamer Brauerei „Van Vollenhovens Bioerbrouerij“. Die übernommene Brauerei wurde schließlich 1961 geschlossen.

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Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges baute man in Surinam eine Brauerei und setzte, vor allem beim Export, auf die Dose. Kurz darauf braute eine Tochtergesellschaft von Amstel das erste Bier in Jordanien. 1960 gründeten die Niederländer mit der antillianischen Brauerei in Curacao ihre dritte Tochterfirma. Auch im Libanon, in Puerto Rico und Griechenland wurde Amstel-Bier gebraut. Die griechische Brauerei braut noch heute das Amstel-Bier für den griechischen Markt. Der französische Markt wird über die Heineken Braustätten in Schiltigheim und Marseille.

Dennoch wurde Amstel 1968 von Heineken geschluckt. Die Brauerei von Amstel wurde 1980 geschlossen und das Bier fortan von Heineken gebraut. Ein Teil des Brauereigebäudes gehört heute zur Hogeschool von Amsterdam.

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Heute gehören neben dem Pilsener zwanzig weitere Biersorten zur Repertoire der niederländischen Biermacher*innen. Mitreden kann ich persönlich aber nur beim Pilsener. Im Glas schimmert es fast goldfarben und das Auge freut sich über einen stabilen Schaum. Es duftet frisch und würzig nach Hopfen. Nicht so bitter wie einige seiner Konkurrenten. Im Antrunk fast süffig, spürt man den Hopfen nachher deutlich. Ein gutes Pils. Anders kann man es nicht sagen. Im Urlaub, egal ob an der Küste oder in einer Großstadt, schmeckt es aber deutlich besser als daheim in der westfälischen Provinz.

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