Auf ein „House of Pale“ nach Ol City

Für ein Bierchen, und sei es noch so lecker, rund 700 Kilometer zu fahren ist nicht nur in diesen Zeiten total unangemessen. Dabei könnte man auf der Fahrt aus dem Westfälischen bis nach Dänemark sowohl in Hamburg bei Astra, Überquell oder Kehrwieder als auch in Neumünster bei Wittorfer den Kofferraum mit leckerem Craftbier füllen.

Die heutige Reise geht, wenn auch nur virtuell, nach Svinninge in Dänemark. Das liegt auf der Insel Sjaelland im Süden des Landes. Erreichbar ist die Insel über den Storebaeltsbroen. Das ist die Brücke, die auf einer Länge von über 6.000 Metern den großen Belt überquert. Die Brücke kostete beim Bau 1998 3,8 Milliarden Euro, die innerhalb von 38 Jahren durch die Mautgebühr refinanziert werden sollte.

Photo by Rene Asmussen on Pexels.com

2005 kam es bei einer Havarie eines 3500-Tonnen-Frachters mit der Brücke zu einem Todesfall, als ein kroatischer Seemann in den Laderaum des Schiffes gestürzt war. Vier weitere Seeleute wurden verletzt, einer davon schwer. Acht weitere Menschen starben bei einem Eisenbahnunfall 2019. Durch Winde hatte sich die Ladung eines Güterzuges gelöst, die dann mit einem Personenzug kollidiert sind.

Da wir aber nur virtuell auf Reisen gehen, überqueren wir die Brücke ohne Personenschaden und wir reisen dort weiter nach Svenninge. Dort haben sich die Gründer von „To Ol“ (Zwei Bier) einen echten Traum erfüllt. Zunächst ist man, wie so viele andere auch, als Hausbrauer gestartet, ehe man sein Bier als Kuckucksbrauer in anderen Brauereien brauen ließ.

2019 aber ist die Idee von Ol City entstanden, dann haben die Gründer von To Ol eine ehemalige Lebensmittelfabrik übernommen und daraus ein Zentrum für Craft-Getränke zu schaffen. Herzstück von „Ol City“ ist die Brauerei, daneben werden aber auch Apfelwein, Kombucha und Rum produziert.

Das Gelände ist insgesamt 150.000m² groß, die Gebäude nehmen etwa 25.000m² ein. Interessierte sind bei „To Ol“ herzlich eingeladen, und können die Brauerei nach Anmeldung besichtigen. Dazu steigt dort auch grade das „To Ol City Festival“, für das sich viele renommierte Brauereien (Garden Brewery, Lervig, Mikkeler…) bereits angemeldet haben.

Photo by ELEVATE on Pexels.com

In den niederländischen Supermarkt hatten sie leider nur das klassische Pale Ale. Bedauerlich, wenn man in Blick auf das Sortiment wirft. Jede Menge IPAs und Sauerbiere machen neugierig und Lust auf mehr. Nun gut, widmen wir uns dem „House of Pale“.

Im Glas schimmert es in nebeligem goldgelb. Dabei wird es von einer gediegenen Schaumkrone in reinem Weiß bedeckt. Die Nase nimmt deutliche tropische Aromen wahr. Im Antrunk mild und fruchtig. Weich ist es, wahrscheinlich durch die Malze. Blöd, dass es beim Craftbier-Händler des Vertrauens leider ausverkauft ist.

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