Das Spezi-Spezial

Die Spezi, das ist ein Limonaden-Mixgetränk aus Cola und Orangenlimonade, erfährt eine Renaissance. Das ist zumindest meine Wahrnehmung. Es sind nicht nur die Limonadenhersteller, die dieses Getränk in ihrem Sortiment haben, auch immer mehr Brauereien setzen aus das beliebte Mixgetränk.

Dabei darf nicht jede Spezi auch so heißen. Die Namensrechte liegen beim Brauhaus Riegele aus Augsburg. Kurz nach dem 2. Weltkrieg hat das Brauhaus ein Bier unter diesem Namen auf den Markt gebracht und den Begriff 1956 schützen lassen. Dass die Biermacher*innen von Riegele ihr Handwerk verstehen, ist allgemein bekannt. Aber auch in der Limonadenproduktion waren die Augsburger echte Pioniere.

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In den Gaststätten hat man, damals wie heute, Cola und Orangenlimonade gemischt. Für die Wirte eher aufwändig, deswegen hat Riegele die Spezi ins Sortiment aufgenommen. Und das bis heute, das Original ist aktuell unter dem Namen „Original Spezi ColaOrange“ bekannt.

Die Nachfrage war groß, deswegen suchte man Brauereien zur Unterstützung, um den Markt zu bedienen. 1977 wurde der „Spezi Markengetränke Verband e.V.“ gegründet.

Was ist mit Paulaner?

Nennt sich das Mixgetränk aus der Münchener Paulaner-Brauerei nicht aus Spezi. Korrekt, für die Nutzung des Namens hat die Brauerei damals vor Gründung des Verbandes durch eine einmalige Zahlung die Namensrechte gesichert. Eine Entscheidung, die man bei Riegele heute so sicher nicht mehr treffen würde.

Der Spezi-Streit

Im Juni begann vor dem Oberlandesgericht München ein Rechtsstreit zwischen den Brauereien. Das Gericht muss nun die Frage klären, ob Paulaner seinen Cola-Orange-Mix weiter „Spezi“ nennen darf. Der Streitwert liegt bei 10 Millionen Euro, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet.

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Riegele fordert von Paulaner eine entsprechende Summe, um den Namen weiter verwenden zu dürfen. Paulaner lehnt das Ganze ab. Problematisch macht den Fall aber eine Vereinbarung, die mittlerweile fast 50 Jahre zurückliegt. Aus Sicht von Reiegel handelt es sich um einen Lizenzvertrag, der nun gekündigt wurde. Man habe der Paulaner Gruppe ein neues Angebot unterschreiben, bei dem Zahlungen bis zu 5 Millionen Euro fällig werden könnten.

Laut Paulaner, habe man 1974 vereinbart, beide Marken zu trennen und parallel existieren zu lassen. Jetzt ist das Gericht gefragt, ein Urteil wird zum Ende des Monats erwartet.

Der Geschmack

Beide Spezis gehören zur gehobenen Klasse und unterscheiden sich nur marginal. Das Original schmeckt für mich intensiver und ist dabei auch etwas fruchtiger. Bei uns zu Hause sind wir uns nicht ganz einig. Während mein Sohn auf die Paulaner Spezi schwört, greife ich lieber zum Original von Riegele.

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